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Fabrikverein
„Es muss sich etwas ändern.“

Der Fabrikverein will auch weiterhin Kulturveranstaltungen in Guben durchführen. Am Donnerstag steht mit Michael Hirte das nächste Highlight an.
Der Fabrikverein will auch weiterhin Kulturveranstaltungen in Guben durchführen. Am Donnerstag steht mit Michael Hirte das nächste Highlight an. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler / Zeidler, Michèle-Cathrin
Guben. Karsten Geilich vom Fabrikverein kann nicht weiterhin Inventar zum Überleben verkaufen. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Die Zukunft der Gubener Fabrik ist ungewiss. „Wir haben noch bis zum 31. Dezember einen gültigen Mietvertrag“, erklärt Geschäftsführer Karsten Geilich. „Von der Stadt wurde uns ein neuer Vertrag bis zum 31. Juni 2018 versprochen.“ Allerdings liege dieser dem Verein noch nicht vor.

Bereits seit mehreren Jahren diskutieren die Abgeordneten über die Kosten und den städtischen Zuschuss für das Jugend- und Begegnungszentrum im Gubener Zentrum. Der aktuelle Zuschuss reichen laut dem Verein nicht für anspruchsvolle Kulturveranstaltungen. Ende vergangenen Jahres meldete der Fabrik-Chef ein Defizit von stolzen 14 000 Euro. „Es muss eine Veränderung geben“, betont er. „So geht es nicht weiter, schließlich haben wir keinen Kassenkredit, den wir ständig überziehen können.“

Um das Defizit auszugleichen, war der Verein dazu übergegangen, entbehrliches Inventar zu verkaufen. „Mittlerweile gibt es aber nichts mehr, das wir noch zu Geld machen könnten“, so Karsten Geilich. Auch beim Personal gab es radikale Kürzungen. Und so häufen sich nun die Überstunden. Viele Wartungs- und Reparaturaufgaben seien dem Rotstift zum Opfer gefallen. „Das rächt sich jetzt, die Technik fängt bereits an zu spinnen“, verrät der Leiter der Einrichtung. „Wenn wir die Qualität unserer Veranstaltungen beibehalten wollen, müssen wir etwas verändern.“ Der Verein müsse eine Entscheidung fällen: „Das sind wir unseren Gästen und unserem Personal einfach schuldig.“ Bis Jahresende habe sich der Fabrikverein eine Frist gesetzt.

Eines ist allerdings sicher: „Der Verein will auch weiterhin Kultur in Guben anbieten.“ Aus diesem Grund sind bereits bis Dezember 2018 Veranstaltungen geplant und Künstler gebucht. „Auch im kommenden Jahr wollen wir für alle Generationen ein buntes Programm bieten und nochmal eine Schippe drauflegen“, erzählt Karsten Geilich.

In diesem Jahr hat der Fabrikverein rund 100 kulturelle Veranstaltungen mit 14 000 Besuchern durchgeführt. „2018 wollen wir rund ein Drittel weniger Veranstaltungen anbieten, aber dafür den Bekanntheitsgrad der Künstler erhöhen“, verrät der Geschäftsführer. Auf diese Weise möchte der Verein noch mehr Nicht-Gubener für die Künstler in der Fabrik interessieren. „Das Haus kann durch Guben nicht besetzt werden, bereits jetzt sind 40 bis 50 Prozent der Gäste aus dem Umland“, weiß Karsten Geilich, der sich besonders über die erneute Zusage von Thomas Rühmann freut. Bereits in diesem Jahr war der Schauspieler („In aller Freundschaft“) in der Fabrik zu Gast.

„Außerdem starten wir 2018 eine neue Reihe - den Guben Talk“, gibt Karsten Geilich einen Einblick in seine Planung. Dort werden Künstler und Musiker ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. „Als ersten Gast konnten wir Andreas Schmidt-Schaller gewinnen.“ Der Schauspieler erlangte in den 1980er Jahren Bekanntheit als unkonventioneller Ermittler in der Krimireihe Polizeiruf 110 des DDR-Fernsehens.

Da sich die Krimi- und Comedy-Dinner auch in diesem Jahr großer Beliebtheit erfreuten, sind für 2018 ebenfalls Neuauflagen geplant. Das erste Dinner  findet bereits Anfang Januar statt. „Die Besucher schätzen einfach dieses Rundum-Paket aus Kultur und Essen für den ganzen Abend“, sagt Geillich.