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| 17:30 Uhr

Kulturarbeit
Fabrikverein froh im neuen Heim

Karsten Geilich zieht ein positives Fazit nach drei Monaten im Volkshaus. Das Ambiente und der neue Biergarten kommen beim Publikum gut an.
Karsten Geilich zieht ein positives Fazit nach drei Monaten im Volkshaus. Das Ambiente und der neue Biergarten kommen beim Publikum gut an. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Geschäftsführer Karsten Geilich will in Zukunft unabhängig von Fördergeldern werden. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Vor mittlerweile drei Monaten ist der Fabrikverein aus den Räumlichkeiten in der Gubener Mittelstraße ins Volkshaus umgezogen. Obwohl bis heute noch nicht alle Umzugskisten ausgeräumt sind, läuft der Betrieb gut. „Die Entscheidung für das Volkshaus war zwar aus der Not geboren, aber sie war auch richtig“, sagt Karsten Geilich, der Geschäftsführer des Fabrikvereins.

Der Saal des einstigen Hotels „Kronprinz“ fasst 400 Stühle und bis zu 600 Personen, damit verdoppelte sich die Kapazität. „Die Atmosphäre ist  völlig anders. Der Saal ist deutlich heller und freundlicher“, findet Karsten Geilich. „Insgesamt passt das Volkshaus besser zu unserem heutigen Veranstaltungsprofil.“ Mit der größeren Küche, dem neuen Biergarten und dem Hostel nebenan sei im neuen Heim auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mehr möglich.

„Am schönsten wäre es, wenn wir in der Zukunft irgendwann ohne Fördermittel arbeiten können“, so Geilich. Er begrüße es zwar auf der einen Seite, wenn die Besucher durch eine Förderung weniger Geld bezahlen müssen und werde sich daher auch bei der Stadt um eine Förderung bemühen. Auf der anderen Seite fühle er sich dann immer wie ein Bittsteller. „Der Verein will sich auf Inhalte konzentrieren und nicht weiter dem Geld hinterherhecheln“, erklärt Geilich. Dafür würden im Volkshaus die Rahmenbedingen stimmen.

Den Umzug wollte der Fabrikverein auch für einen Image-Wechsel nutzen. „In einigen Köpfen wurden wir noch immer mit Partys für Jugendliche in Verbindung gebracht“, weiß Karsten Geilich. Dabei habe sich der Verein schon lange aus dem Bereich Diskotheken zurückgezogen und dieses Aufgabe in der Vergangenheit auch nur übernommen, weil es keine anderen Anbieter gab.

Im neuen Domizil angekommen, startet der Fabrikverein deshalb mit einer Reihe von Highlights. „Wir haben bekannte Größen nach Guben geholt und sind in die Werbeoffensive gegangen“, sagt Karsten Geilich.  Trotzdem seien die ersten Veranstaltungen vom Publikum wechselhaft angenommen worden und auch die Veranstalter waren zunächst zögerlich „Wir haben von den Besuchern zu Beginn zwar viel positives Feedback bekommen, aber die Skepsis war spürbar“, verrät Geilich. „Heute vermisst kaum ein Besucher noch die Fabrik. Sie sind begeistert vom Volkshaus und fühlen sich wohl.“

Ziel des Vereins sei es aber nie gewesen, im ersten Jahr ständig ausverkaufte Veranstaltungen zu haben.  „Wir setzen da eher auf Langfristigkeit und wollen das Volkshaus auch überregional bekannt machen“, sagt der Kulturliebhaber. Bereits in der Mittelstraße seien viele Besucher von außerhalb zu den Veranstaltungen nach Guben gekommen. „Durch das Hostel ergibt sich da nun eine wunderbare Symbiose“, so Geilich.

Besonders schwer sei es dem Verein gefallen, den Jugendclub Zippel im Volkshaus aufzugeben: „Dafür haben wir hier nicht mehr die Räumlichkeiten.“ Ganz einstellen wollte und konnte Karsten Geilich sein Engagement für den Nachwuchs allerdings nicht.  „Wir werden auch weiterhin Präventiv­theater und Projekttage mit Schulen durchführen“, erzählt er. Auch will er den regionalen Künstlern und Musikern in Guben weiter eine Bühne bieten. „Kultur aus der Stadt zu Gehör zu bringen, bleibt ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, verspricht Geilich.

 Doch wie geht es nun weiter mit den Räumlichkeiten in der Mittelstraße? Nachdem auch die zweite getrennte Ausschreibung der Stadt Guben für die Kinder- und Kulturarbeit sowie dem Betrieb einer gastronomischen Einrichtung in der Fabrik erfolglos verlief, hat Pressesprecher Bernhard Schulz nun gute Nachrichten. „Ab dem ersten August übernimmt die Heilsarmee Guben den Jugendklub Zippel.“ Auch für die anderen zwei Bereiche hätten sich mehrere Interessenten bei der Stadt gemeldet. „Aktuell laufen noch die Gespräche, aber ein Interessent konnte bereits ein konkretes Nutzungskonzept vorlegen“, so Schulz. „Das wird jetzt geprüft.“

Aus Sicht des Fabrikvereins kann das getrennte Betreiben von Kulturarbeit und Gastronomie nicht funktionieren. Daher hatte sich der Verein in der Ausschreibung nicht noch einmal beworben. „Ich bin skeptisch, aber ich wünsche der Stadt viel Glück“, sagt Karsten Geilich.  

Abschlusskonzert Bläserklasse
Abschlusskonzert Bläserklasse FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler