ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:33 Uhr

Korrektur
Evelyn Gleisert-Ohnheiser widerspricht Stasi-Verdacht

Guben. Prozess gegen Stadt aus künstlerischen Gründen.

Evelyn Gleisert-Ohnheiser, die ehemalige Chorleiterin vom Gubener Chor „Ulrike“, stellt klar, dass es gegen sie niemals einen Verdacht der Stasi-Mitarbeit gab. Das hatte die RUNDSCHAU in einem Artikel in der vergangenen Woche geschrieben. Dies sei allerdings nicht der Grund für den Streit vor dem Arbeitsgericht im Jahr 1992 mit ihrem damaligen Arbeitgeber der Stadt Guben gewesen, so die ehemalige stellvertretende Kulturamtsleiterin der Neißestadt. „Ich wurde entlassen wegen angeblich schlechter Kulturarbeit“, legt Evelyn Gleisert-Ohnheiser die Gründe des Verfahrens offen. Obwohl sie den Prozess damals gewann, wollte sich nicht weiter in Guben arbeiten und verließ die Stadt schweren Herzens. „Mein Mann ist Nato-General, daher wurde vom BND überprüft, ob ich früher bei der Staatssicherheit tätig war“, erklärt die Chorleiterin. „Es gab zu keiner Zeit einen Verdacht.“ Vielmehr sei das Gegenteil der Fall gewesen: „Ich war zweimal in den Fängen der Staatssicherheit, weil meine Mutter ein  Republikflüchtig war.“

Die Mitglieder des Chores „Ulrike“ setzen sich dafür ein, dass Evelyn Gleisert-Ohnheiser Ehrenbürgerin der Stadt Guben wird oder sich alternativ ins Goldene Buch der Stadteintragen darf. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass sich eine Person in besonderem Maße um die Stadt verdient gemacht hat und ein Beschluss dazu eine Zweidrittelmehrheit in der Stadtverordnetenversammlung findet. Bevor ein Vorschlag jedoch öffentlich diskutiert wird, beraten der Bürgermeister, die SVV-Vorsitzende und die Fraktionsvorsitzenden zunächst über den Antrag und deren Aussicht auf eine Mehrheit im Stadtparlament.

Im Fall von Evelyn Gleisert-Ohnheiser fand der Vorschlag keine Mehrheit in dieser Beratung. Zu den Gründen der Ablehnung äußerte sich die Verwaltung und Stadtverordnetenversammlung öffentlich nicht.

(mcz)