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Eurpaschule ist zweites Zuhause

Paulina Grzelka, Schülerin der Klasse 13/1 der Europaschule „Marie & Pierre Curie“ , schreibt zum deutsch-polnischen Schulprojekt an ihrer Bildungseinrichtung:

Im September haben wir in der Europaschule „Marie & Pierre Curie“ in Guben 15 Jahre Bestehen des deutsch-polnischen Schulprojektes gefeiert.
Die Theatergruppe hat ihre Vorstellung mit dem Satz: „Dieses Projekt muss unbedingt weiter bestehen“ beendet.
Am 25. Oktober fiel die Entscheidung, dass dieses Projekt an der Europaschule nicht weiter bestehen wird. Es wird eine Schule ohne polnische Schüler, ohne deutsch-polnisches Projekt, ohne Zukunft. Es wird keine Europaschule mehr sein.
Die schwere und intensive Arbeit, das große Engagement vieler Menschen, vieler Lehrer, Schüler und Eltern wurde ausradiert.
Jetzt könnte man die Fragen stellen: Warum„ Was war schlecht“ Welche Fehler haben wir als polnische Schüler gemacht„ Oder ist das Geld wichtiger als die jungen Menschen, die nur gemeinsam lernen wollen“
„Ich glaube, dass das die möglicherweise schlimmste Entscheidung für die Stadt war, weil aus Guben so schon viele Jugendliche wegziehen. In wenigen Jahren, wenn die Schule für die Abiturienten zugemacht werden wird, stirbt auch die Stadt“ , sagt Patryk Miroslawski aus der 11. Klasse. Alle polnischen Schüler aus der Europaschule und ihre Eltern sind enttäuscht.
Paulina aus der 13. Klasse äußert sich dazu wie folgt: „Vielen jungen Menschen aus Polen wurde die Chance für eine bessere Zukunft weggenommen. Mit der Entscheidung der Abgeordneten verlieren sie die Möglichkeit einer weiteren Entwicklung im Rahmen der deutsch-polnischen Integration, im Rahmen der europäischen Integration. An der Europaschule fühlen wir uns wohl, wir werden verstanden. Sie ist wie ein zweites Zuhause. Man kann das Projekt nicht einfach woanders weiterführen.“
Die Abgeordneten haben die Entscheidung getroffen, dass ab 2011 nur das Gymnasium eine Abiturstufe anbieten wird. Die Lehrer aus dieser Schule haben keine Erfahrung in der täglichen Arbeit mit den polnischen Schülern. Polnisch als Schulfach gibt es auch nicht, also ist es unmöglich, dass das Gymnasium im Laufe der zwei Jahre das erreicht, wofür die Europaschule 15 Jahre arbeitete. 15 Jahre Arbeit zwischen Polen und Deutschland wurden vergessen, aber die Menschen, die dieses Projekt geschaffen haben, vergessen das nie. Als polnische Schüler können wir jetzt nur Danke sagen: Danke für dieses Projekt, danke für die 15 Jahre. Wir hoffen, dass vielleicht doch noch polnische Schüler an der Europaschule aufgenommen werden.