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| 16:49 Uhr

Bilanz
Euroregion geht 2018 auf Tour

Nico Hammel (Jugendarbeit), Marta Wyspianska (Partnerschaftsarbeit) und Geschäftsführer Carsten Jacob von der Euroregion Spree-Neiße-Bober.
Nico Hammel (Jugendarbeit), Marta Wyspianska (Partnerschaftsarbeit) und Geschäftsführer Carsten Jacob von der Euroregion Spree-Neiße-Bober. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. 17 deutsch-polnische Projekte wurden im Landkreis Spree-Neiße und Cottbus genehmigt. Von Michéle-Cathrin Zeidler

Grenzen überwinden durch gemeinsame Investitionen in die Zukunft – das ist ein Ziel der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Der gemeinsamen Neujahrsempfang von Guben und Gubin sowie der Weihnachtsmarkt sind dabei nur zwei Beispiele für Veranstaltungen, die in diesem Jahr von der Euroregion Spree-Neiße-Bober gefördert wurden. „Wir können deutsch-polnische-Projekte in neun verschiedenen Bereichen fördern – von Kultur über Sport bis zur Verwaltungsarbeit“, erklärt Carsten Jacob, Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Ein wichtiges Instrument ist dabei der Kleinprojektefonds der über das Kooperationsprogramm Interreg gefördert wird. Seit Mai 2016 konnten in der aktuellen Förderperiode insgesamt 111 Projekte aus dem Landkreis Spree-Neiße und der Stadt Cottbus mit einem Fördervolumen von rund 750000 Euro bezuschusst werden. „Unter dem Eindruck des Brexits und der EU-Krise ist es besonders wichtig, die Menschen auf beiden Seite der Neiße mit Begegnungsprojekten zusammenzuführen“, weiß der Geschäftsführer. „Die Zusammenarbeit stärkt das Verständnis füreinander.“

Carsten Jacob sieht dabei bereits große Erfolge in der Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehung. „Zu meiner Schulzeit Ende der 90er-Jahre konnte man am Gubener Pestalozzi-Gymnasium kein Polnisch lernen“, erinnert er sich. „Verglichen damit haben wir einen riesigen Sprung gemacht. Heute gibt es diesen themenübergreifenden Austausch und so soll es doch sein.“

Für das erste Halbjahr von 2018 hat die euroregionale Bewertungskommission vor zwei Wochen die Förderung von 17 deutsch-polnischen Begegnungsprojekten bestätigt, die von Trägern aus der Stadt Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße vorbereitet werden. Einen thematischen Schwerpunkt stellt dabei die Bestätigung von deutsch-polnischen Treffen dar, die mit der Advents- und Weihnachtszeit verbunden sind. „Es wurden aber auch wiederkehrende Projekte wie der internationale Staffellauf Zielona Gora – Cottbus bestätigt, neue Projekte aus dem Kultur-, Bildungs- und Sportbereich erhielten ebenfalls eine Zusage“, erklärt Jacob. So wird es 2018 mit der Mission Paralympics und dem deutsch-polnischen Seniorensportfest zwei neue Sportformate geben. Die Umsetzung erfolgt durch den Stadtsportbund Cottbus, die Stadtverwaltung Zielona Gora und die Universität des dritten Lebensalters.

In Guben wird 2018 der Neujahrsempfang im Naemi-Wilke-Stift unterstützt. „Außerdem wird Chemie Guben sein 24-Stunden-Schwimmen erstmals deutsch-polnisch ausrichten“, verrät Carsten Jacob. „Das ist es eine gute Möglichkeit, zusammen im Wettkampf zu stehen.“

Auch der Förderverein zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche in Gubin hat nun erst einmal Planungssicherheit. Unter anderem sollen drei kleine Ausstellungen, eine Veranstaltung zum Valentinstag sowie die traditionellen Begegnungen an den Osterfeiertagen stattfinden. „Für rund 9000 Euro organisiert der Verein jeden Monat ein deutsch-polnisches Highlight“, so Carsten Jacob. „Die Mitarbeiter können hier mit vergleichsweise wenig Geld viel bewegen.“

Besonders stolz ist der Geschäftsführer auf die gute Bilanz der Zentralstelle des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes für den schulischen Austausch des Landes Brandenburg. „Seit April haben wir mit der Zentralstelle in unserem Haus eine Lücke geschlossen und wir konnten bereits 93 Schulprojekte unterstützen“, erzählt Carsten Jacob. „Im gesamten Vorjahr waren es 45 Projekte.“

Für das nächste Jahr setzt die Euroregion einen Schwerpunkt in der Entstehung neuer Partnerschaften in der Region. „Uns war es wichtig, dieses Thema einmal komplett neu anzufassen“, so Carsten Jacob. „Daher haben wir eine Analyse der bestehenden deutsch-polnischen Partnerschaften auf den Weg gebracht.“ Die Ergebnisse sollen Anfang des Jahres veröffentlicht werden: „Wir werden dann schauen, wo es noch weiße Flächen gibt und woran das liegt.“  Anschließend wird die Euroregion Spree-Neiße-Bober erstmals in neun Orten im Landkreis Spree-Neiße und Cottbus auf Tour gehen und beraten. „Wir wollen über die Möglichkeiten der deutsch-polnischer Zusammenarbeit informieren und zeigen, wo wir unterstützen können“, so der Geschäftsführer.

Außerdem möchte sich die Euroregion im neuen Jahr noch stärker der Kommunikation EU-relevanter Themen hier in der Region widmen und den Dialog der Verwaltungen und Behörden weiter vorantreiben.