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| 16:07 Uhr

Guben
Zuschuss für kleine Projekte

Guben. Euroregion Spree-Neiße-Bober legt Analyse zur deutsch-polnischen Zusammenarbeit vor.

Mehr als zwei Millionen Euro sind aktuell noch im Topf des Kleinprojektefonds (KPF) der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Mit einer Analyse zu den bisherigen grenzüberschreitenden Kooperationen im Gepäck gehen jetzt die Mitarbeiter der Geschäftsstelle Guben-Gubin auf Werbetour. Gesucht werden Neueinsteiger und Querdenker.

Insgesamt 112 Kleinprojekte mit einem Volumen von insgesamt 750 000 Euro sind in der aktuellen Förderperiode bereits bewilligt, bestätigt Carsten Jacob, Geschäftsführer der Euroregion Spree-Neiße-Bober. Bis zum Jahr 2022 stehen aber 2,8 Millionen Euro zur Verfügung. In der vergangenen Förderperiode, die 2015 auslief, sei der Fonds zu fast 99 Prozent ausgelastet gewesen. Mit einer „Punktlandung“ rechnet Jacob auch diesmal.

„Weiße Flecken“ in der grenz­überschreitenden Zusammenarbeit gibt es aber noch immer, wie die jetzt veröffentlichte Studie der Euroregion zeigt. Den aktuell 412 deutsch-polnischen Partnerschaften steht ein Potenzial von 1000 gemeinnützigen Trägern auf der deutschen und 2500 Einrichtungen auf der polnischen Seite gegenüber.

Themenbereiche wie Energie und Umweltschutz, Natur und Umwelt und die Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen sind den Angaben zufolge im Spree-Neiße-Kreis noch unterrepräsentiert. Auch Gesundheitsprojekte gibt es nur in Städten mit Krankenhäusern wie Guben, Forst, Spremberg und Cottbus. Zu den „weißen Flecken“ bei Tourismuskooperationen gehören die Gemeinden Schenkendöbern und Kolkwitz sowie die Städte Spremberg und Welzow.

Vor allem die Sprachbarriere und die Vorfinanzierung sind für viele Vereine eine Hürde. Wer Geld aus dem Kleinprojektefonds erhalten will, muss die Kosten zunächst einmal selbst tragen. „Nach der Prüfung werden 50 Prozent ausgezahlt“, erklärt Jacob. Die restlichen 35 Prozent gibt es nach der Zertifizierung durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB). Die Förderquote von 85 Prozent sei eine der höchsten überhaupt, so Jacob.

Abgeschafft wurde jetzt die degressive Förderung. Das bedeutet: Vereine können eine gute Projekt-Idee auch wiederholen. Zuvor wurde in solch einem Fall die Förderung auf 75 Prozent und später auf 65 Prozent gekürzt. Auch die Antragsformulare sollen den Angaben zufolge wesentlich einfacher geworden sein. Wer Hilfe braucht, kann sich beraten lassen.

„Wir helfen auch bei der Vermittlung von polnischen Partnern“, sagt Zbigniew Pantkowski, Projektmanager bei der Euroregion. Auf diesem Wege habe beispielsweise auch der Judoverein KSC Asahi aus Spremberg einen Partnerverein im polnischen Nova Sol gefunden. Mittlerweile werden gemeinsam Wettkämpfe ausgetragen.

Besonders interessiert sei man an Neueinsteigern und Querdenkern mit ungewöhnlichen Ideen, wie Jacob betont. Über den Kleinprojektefonds wurde unter anderem die IHK-Studie „Wohin der Euro fließt“ gefördert.

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