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| 15:45 Uhr

Jubiläumskonferenz
Euroregion feiert Silberhochzeit

Der Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak (3. v. l.) wurde von der Euroregion als verdiente Persönlichkeit geehrt.
Der Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak (3. v. l.) wurde von der Euroregion als verdiente Persönlichkeit geehrt. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Zielona Góra. Besondere Ehrung für Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak und Städtepartnerschaften. Von Michèle-Cathrin Zeidler

„Heute feiern wir Silberhochzeit“, so der Vorstandsvorsitzender Harald Altekrüger auf der Jubiläumskonferenz der Euroregion Spree-Neiße-Bober am Freitag im Marschallamt der Woiwodschaft Lubuskie in Zielona Góra. „Wir sind Seite an Seite durch dick und dünn gegangen und auf Meinungsverschiedenheiten folgte Einigkeit.“ Die Euroregion sei als Partner aneinander gewachsen – eben ganz wie ein Ehepaar. Grundlage dieser Vereinigung war allerdings keine Hochzeit, sondern die Unterzeichnung der Gründungsurkunde am 21. September 1993.

„Heute haben wir viel mehr erreicht,  als zur Gründung erwartet wurde“, erzählt Altekrüger. Als ersten Meilenstein der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in der Region zwischen Spree, Neiße und Bober nennt er die gemeinsame Kläranlage in Gubin. „Auch heute sind Guben und Gubin als ein Musterbeispiel für deutsch-polnische Zusammenarbeit zu sehen“, betont der Spree-Neiße-Landrat. „Beide Stadthälften begegnen sich auf Augenhöhe.“ Insgesamt blickt die Euroregion auf 412 deutsch-polnische Partnerschaften und rund 3700 Begegnungen zurück. „Außerdem wurden über 100 Millionen Euro für investive Vorhaben in die Region geholt“, resümiert Altekrüger.

Zur Jubiläumskonferenz waren zahlreiche namenhafte Gäste beide Länder nach Zielona Góra gereist.
Zur Jubiläumskonferenz waren zahlreiche namenhafte Gäste beide Länder nach Zielona Góra gereist. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

 Auch Elzbieta Polak, die Marschällin der  Woiwodschaft Lubuskie, betont den großen Erfolg der Vereinigung. „Für uns war die Euroregion der Kindergarten für die Europäische Union“, erklärt sie. „Hier haben wir das Schreiben von Anträgen gelernt.“ Für Reiner Kneifel-Haverkamp, Referatsleiter im Ministerium der Justiz, für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, ist Europa eine Patchworkdecke. „Diese Decke ist nur so stark wie ihre Nähte“, beschreibt er das Bild weiter. „Und die Euroregion arbeitet daran, die Nähte zu stärken.“ Die Landesregierung setze sich daher aktuell dafür ein, eine Kürzung der Interreg-Mittel zu verhindern. „Wir dürfen uns nicht auf unserer Arbeit ausruhen. Von so mancher Ecke wird wieder an der Patchworkdecke gezogen.“

In diesem Zusammenhang betont auch Marco Büchel, der Vorsitzende des Ausschusses für Europaangelegenheiten, Entwicklungspolitik und Verbraucherschutz, den Stellenwert der kleinen Begegnungen: „Wir brauchen auch in Zukunft diese Brückenbauer.“ Einer dieser unermüdlichen „Brückenbauer“ ist der Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak. Für seinen langjährigen Einsatz in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit wurde er von der Euroregion geehrt. Die zweite Auszeichnung ging an Kristina Neumann von der Cottbuser Stadtverwaltung. „Sie hat viel in die Partnerschaft mit Zielona Góra investiert und setzt sich mit ganzer Power für deutsch-polnische Projekte ein“, begründet Euroregionspräsident Czesław Fiedorowicz die Wahl. Darüber hinaus wurden Cottbus, Guben, Schenkendöbern, Peitz und ihre polnischen Partner für ihre Zusammenarbeit ausgezeichnet.