ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:39 Uhr

Bärenklau
Erfolgreiche Jagd auf Schwarzkittel und Reh

Rund 160 Jäger und Jagdhelfer waren bei der Gesellschaftsjagd in Bärenklau im Einsatz.
Rund 160 Jäger und Jagdhelfer waren bei der Gesellschaftsjagd in Bärenklau im Einsatz. FOTO: Ute Richter
Bärenklau. Etwa 160 Jäger und Helfer nehmen im Revier Bärenklau/Atterwasch an Drückjagd teil. Von Ute Richter

Schilder an den Straßen in der Gemeinde Schenkendöbern wiesen darauf hin: Es wird scharf geschossen. In Bärenklau trafen sich am Samstag rund 160 Jäger und Jagdhelfer zur Drückjagd, um circa 1000 Hektar im Jagdrevier Bärenklau/Atterwasch zu bejagen. Und die Ausbeute war so groß wie lange nicht. 29 Stück Schwarz- und acht Stück Rotwild sowie drei Stück Rehwild waren am Ende aufgereiht.

Begonnen hatte alles am Morgen. Nach der Begrüßung durch Jagdleiter Robert Halbing erfolgten die Jagdscheinkontrolle sowie eine Sicherheitsbelehrung, eine Einweisung in den Jagdablauf, die Freigaben und die Standverlosung. Dann verteilten sich alle auf Autos, und die Jäger positionierten sich auf ihren zugewiesenen Hochständen. Derweilen machten sich die Treiber von vielen Seiten auf den Weg, um das Wild zu beunruhigen. „Drückjagd ist eine sehr effektive Art zu jagen, weil man die Tiere nur an diesem einen Tag in Stress versetzt“, erzählt der Jagdleiter.

Bei der Gesellschaftsjagd, wie es fachmännisch heißt, geht es darum, gezielt die Überpopulation an Rot- und Schwarzwild abzubauen, die es nachgewiesen gibt. „Diese Tiere haben keine natürlichen Feinde, und deshalb ist es wichtig, dass Tiere geschossen werden, um ein gesundes Vorkommen zu gewährleisten“, so Robert Halbing. Aus diesem Grund waren die Jagdteilnehmer auch froh, dass sie am Ende so viel Wild erlegt haben. „Das war die beste Strecke, die wir jemals hatten“, war von vielen Seiten zu hören.

Nach der Anlieferung des erlegten Wildes am Steckenplatz wurde es am Samstag zum Auskühlen aufgehängt. Bereits im Wald wird es „versorgt“. Das heißt, es wird aufgebrochen, es werden Proben für die tierärztliche Untersuchung  genommen (Schwarzwild) und Wildmarken zur eindeutigen Identifizierung jedes Stückes angebracht. Beim Legen der Strecke  wird das Wild nach Art und Stärke in einer bestimmten Reihenfolge auf Tannengrün gebettet. Jedes Stück bekommt den letzten Bissen als Ehrung – ein Stück Tannengrün in  Äser (Rotwild) oder Gebräch (Schwarzwild). Jeder Schütze, der ein Stück erlegt hat, wird nach vorn gerufen und erhält einen Schützenbruch (Tannengrün auf den Hut gesteckt). Danach blasen die Jagdhornbläser das Totsignal für die jeweilige Wildart. Es folgt das Schüsseltreiben – das Essen.

Die Bärenklauer sind froh, dass in ihrem Gebiet ausschließlich einheimische Jäger jagen – und das schon über mehrere Generationen hinweg. Deshalb kommen viele der Bärenklauer Dorfbewohner auch am Nachmittag, um sich mit am Ergebnis  der Jagd zu erfreuen und gemütlich am Feuer zusammenzusitzen. Große Unterstützung für diese Jagd gab es von den umliegenden Bauern.

In den Verwaltungsjagdbezirken des Landes Brandenburg finden jährlich Gesellschaftsjagden in Form von Ansitz-Drückjagden mit rund 12 000 Schützen statt. Im Landesdurchschnitt werden dabei pro Jagd 17 Stück Schalenwild zur Strecke gebracht. Die Jagden werden von den zehn zuständigen Forstämtern in Eigenregie organisiert.