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| 02:36 Uhr

Es läuft auf Gubens Großbaustelle

Die Baustelle am Schwarzen Fließ.
Die Baustelle am Schwarzen Fließ. FOTO: dsf
Guben. Fast hätte der Landkreis eine schlechte Nachricht überbringen müssen für die Autofahrer in Guben: Es gibt Verzögerungen am Bau der Brücke über das Schwarze Fließ. Der Grund: Die riesige Bohrlafette, die insgesamt 18 Löcher für die Fundamentpfähle auf der Kreuzung Karl-Marx- und Cottbuser Straße in die Brücke schlagen sollte, kam zu spät. Daniel Schauff

Die ausgereizte Terminplanung für die Maschine sei der Grund dafür, vermeldet die Untere Straßenbaubehörde der Spree-Neiße-Kreisverwaltung.

Die schlechte Nachricht wandelt sich aber auf Rückfrage schnell in eine doch nicht so schlechte. Zwar sei die Bohrlafette, die einen Großteil des Gubener Zentrums mit regelmäßigen Schlägen in den zurückliegenden Tagen beschallt hat, rund eine Woche zu spät am Schwarzen Fließ eingetroffen. Die Verzögerung aber könne man wahrscheinlich wieder wettmachen, sagt Frank Kuckert von der Unteren Straßenbaubehörde.

Das heißt: Die Sperrung auf einer von Gubens wichtigsten Verkehrskreuzungen wird wohl tatsächlich nur bis Ende Oktober andauern. Für etliche Kfz-Fahrer werden die Wege in Guben dann wieder kürzer und die Strecke zum und fort vom Neißecenter wieder in alle Richtungen frei.

Derzeit liefen die Hauptarbeiten am Brückenneubau, so Frank Kuckert. "Die Sicherungsmaßnahmen am Leitungsbestand wurden als Vorarbeiten ohne Probleme gemeistert", vermeldet er. In der laufenden und in der kommenden Woche werde es zumindest im Bereich des Brückenbaus wieder einigermaßen laut. Die Betonplatte, die der alten Brücke als Überbau diente, werde mit einem Hydraulikhammer entfernt, gleichzeitig werde das Abtrennen der Flügelwände mit einer Seilsäge vorangebracht.

Der Bonus für interessierte Gubener: Von der neu installierten Fußgängerbrücke aus bietet sich ein ungestörter Blick auf die Arbeiten und das Entstehen der neuen Brücke. Das Betreten der Baustelle sei aber nicht erlaubt, mahnt die Behörde, auch wegen des schweren Geräts, das für den Brückenneubau eingesetzt wird.

Der neue Brückenschlag übers Schwarze Fließ gilt als größtes Tiefbauvorhaben des Landkreises im laufenden Jahr. Mit rund einer Million Euro Kosten rechnet der Landkreis. Zunächst lag die Kalkulation bei etwa 600 000 Euro - die Planungs- und Baukosten aber sind immer weiter gestiegen, sodass selbst die Untere Straßenbaubehörde überrascht war von dem Gesamtpreis. "Das hätten wir uns bei dieser kleinen Brücke nicht erträumen lassen", sagte Frank Kuckert im Frühjahr der RUNDSCHAU.

Eine halbseitige Brückensperrung, die zu einem nur teils gestörten Verkehrsfluss im Gubener Zentrum geführt hätte, hätte die Baukosten noch mehr in die Höhe getrieben - und die Arbeiten verzögert. Der Stadtverordnete Klaus Schneider (CDU) hatte diese Variante vor Beginn der Arbeiten ins Spiel gebracht.

Die Umleitung funktioniert, sagt die Gubener Stadtverwaltung. Gleichzeitig hoffe man weiter auf das Verständnis der Anlieger entlang der Umleitungsstrecke.

Notwendig ist die Sanierung unbedingt. Ohne Erneuerung hätte die alte Brücke bald aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen.