ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:41 Uhr

Guben
Es kommt nicht aufs Kopftuch an

Andreas Götze.
Andreas Götze. FOTO: Naemi-Wilke-Stift / Renate Kulick-Aldag
Guben. Landespfarrer spricht sich für Religionsfreiheit aus - „den Islam“ gebe es nicht.

Darf eine Lehrerin ein Kopftuch tragen? Darf ein Ministerpräsident Kreuze in den Amtsstuben verpflichtend aufhängen lassen? Was bedeutet Religionsfreiheit in Deutschland? Pfarrer Dr. Andreas Götze ist ein ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Er ist für interreligiösen Dialog der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (EKBO) zuständig. Am  Mittwoch hielt er einen Vortrag mit dem Thema „Religion und Freiheit“ im Gubener Volkshaus. Eingeladen hatte der Ökumenische Stadtkonvent, die Vereinigung der christlichen Kirchen in Guben.

Religionsfreiheit gilt in Deutschland für alle – egal welcher Religion der Mensch anhängt, daran ließ Pfarrer Götze keinen Zweifel. Auch wer nicht „glaubt“, hat dazu die Freiheit in diesem Land. Es sei die Pflicht des Staates, diese Freiheit zu garantieren und sich ansonsten neutral zu halten. Insofern habe sich auch die Frage nach dem christlichen Kreuz in den Amtsstuben schnell geklärt. Das sei verfassungswidrig, so Götze.

Ob allerdings eine Lehrerin im Unterricht ein Kopftuch als Zeichen ihres Glaubens tragen darf, sei eine schwierigere Frage. Es sei wichtiger was im Kopf der Lehrerin vorginge, denn was auf ihrem Kopf sei. Überhaupt riet er angesichts der politisch aufgeheizten Lage in manchen Diskussionen und Demonstrationen zu mehr Vernunft. Es gebe nicht „den einen Islam“, sondern viele verschiedene Ausrichtungen. Extremismus sei die Ausnahme, auch wenn momentan in den sozialen Medien der Eindruck entstehe, er sei die Regel.

Für das Jahr 2018 ist noch eine weitere Veranstaltung in dieser Reihe „Gubener Gespräche – Kirche findet Stadt“ geplant. Am 21. November wird Zisterziensermönch Pater Kilian aus Neuzelle erwartet. Er referiert zum Thema: „750 Jahre Kloster Neuzelle – vom Neubeginn einer alten Tradition: Das Priorat der

Zisterzienser in Neuzelle“. Beginn ist um 19 Uhr in der Friedenskirche (Dr.-Ayrer-Straße).