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| 14:34 Uhr

Seniorenarbeit
„Es ist Zeit für einen Wechsel“

Horst Kühn auf der Festveranstaltung des Seniorenbeirates anlässlich der 40. Gubener Seniorenwoche.
Horst Kühn auf der Festveranstaltung des Seniorenbeirates anlässlich der 40. Gubener Seniorenwoche. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Nach zehn Jahren will Horst Kühn nicht mehr der Vorsitzender des Gubener Seniorenbeirats sein. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Es ist das Ende einer kleinen Ära: Über zehn Jahre hinweg war Horst Kühn der Vorsitzende des Seniorenbeirates der Stadt Guben. Zu den Wahlen am Mittwoch wird er allerdings nicht erneut antreten. „Es ist Zeit, dass jemand anderes die Leitung übernimmt“, findet der Reichenbacher. Zehn Jahre als Vorsitzender seien genug. „Ich habe ein gewisses Alter erreicht. Langsam kann es ruhiger werden“, erklärt der 84-Jährige. Trotzdem will er sich auch weiterhin für die Senioren der Neißestadt einsetzt und bleibt daher im Beirat: „Nur eben nicht in einer Leitungsfunktion.“

Bereits seit 1999 ist Horst Kühn im Seniorenbeirat tätig. „Ich wurde damals von der Volkssolidarität ernannt“, erinnert er sich. In der Volkssolidarität ist der Rentner schon ein paar Jahre länger: Seit 1986 ist er dort ehrenamtlich im Regionalvorstand aktiv. „Die Arbeit im Seniorenbeirat hat mir immer Spaß gemacht“, betont Horst Kühn. „Besonders die Mitarbeit im Kreisseniorenbeirat und die Zusammenarbeit mit den Vereinen, Institutionen und Verbänden.“ Zu seiner Anfangszeit seien noch 18 Vereine, Verbände und Institutionen Mitglied im Seniorenbeirat gewesen. „Heute sind noch 15 dabei“, verrät Horst Kühn. „Es ist schwer, die Vereine im Beirat zu stärken. Sie alle kämpfen mit dem Nachwuchs und zu so einer Aufgabe kann man niemanden überreden.“ Dieses Engagement müsse aus dem Herzen kommen.

Schon als junger Mann hatte sich Horst Kühn um die Stadt Guben verdient gemacht. Er war einer der Wiedermitbegründer der freiwilligen Feuerwehr im Jahr 1948. Seine erste gesellschaftliche ehrenamtliche Tätigkeit hatte er 1949 als Mitglied der Wohnungskommission. Aufgrund seines langjährigen Einsatzes wurde Horst Kühn vom Seniorenbeirat des Landkreises Spree-Neiße für die höchste Auszeichnung, dem Veltener Teller, beim Landesseniorenbeirat vorgeschlagen.

In seinen zehn Jahren an der Spitze des Seniorenbeirates hat Horst Kühn viel erreicht.  Besonders die Freundschaft zur Gubener Partnerstadt Laatzen und den polnischen Senioren ist unter seiner Leitung gewachsen. „Der Seniorenbeirat pflegt seit vielen Jahren eine enge freundschaftliche Beziehungen nach Laatzen“, erzählt Horst Kühn. Seinen Ursprung habe diese Zusammenarbeit im Jahr 2000. Außerdem wurde mit der Nachbarstadt Gubin im Sommer 2007 eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit der Seniorenbeiräte in Kraft gesetzt. „Seitdem hat sich viel entwickelt. Unsere Zusammenarbeit ist heute beispielhaft“, findet Horst Kühn. Bei einem Besuch des Seniorenbeirates von Laatzen habe er die Kollegen aus Gubin schließlich hinzugeholt: „Seitdem sind wir ein Dreier-Pack und besuchen uns jährlich gegenseitig.“

Von seinem Nachfolger wünscht sich Horst Kühn, dass dieser die bestehenden Freundschaften pflegt. „Das Hauptthema unserer Arbeit ist außerdem die jährliche Seniorenwoche in der Stadt“, erklärt der Vorsitzende. In diesem Juni fand bereits die 40. Gubener Seniorenwoche statt: „Wir müssen noch das Konzept vom Landesseniorenbeirat abwarten, aber zum Jahreswechsel beginnt immer die Planung.“ Die Woche findet jedes Jahr unter einem anderen Motto statt. „In der Regel werden zwischen 20 und 25 Veranstaltungen von den Vereinen eingebracht“, so Horst Kühn.

Aber sein Nachfolger wird sich nicht nur mit schönen Veranstaltungen zur Seniorenwoche befassen müssen. „Das Hauptproblem für die Senioren in Guben ist der öffentliche Personennahverkehr“, weiß Horst Kühn. Seit Jahren setzt er sich bereits für eine Anpassung der Fahrpläne ein. „Das Neiße-Center, das Altenpflegeheim Rosa Thälmann und die Ortsteile müssen besser angebunden werden“, erklärt Horst Kühn. In den Ortsteilen könnten die Bewohner oft nur die Schulbusse nutzen und so würde ein Arztbesuch schnell zum Tagesausflug. „Nicht jeder Bürger hat ein Auto oder Verwandte, die ihn fahren können“, kennt Kühn die Probleme. „Und das sind keine Einzelfälle.“ Diese Senioren seien auf gute Anbindungen von Bus und Bahn angewiesen. „In den Ortsteilen leben Bürger dieser Stadt und die werden einfach liegen gelassen“, ist Kühn sauer. Für diesen Kampf wünscht er seinem Nachfolger einen langem Atmen: „Angesicht der steigenden Zahl der Senioren wird dieses Problem immer dringlicher.“