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| 15:17 Uhr

Gekommen um zu bleiben
Guben bemüht sich um Rückkehrer

 Karl Hoßbach lässt sich beim ersten Gubener Rückkehrertag von Aleksandra Drückler (l.) und Ute Weichert von der Agentur für Arbeit beraten.
Karl Hoßbach lässt sich beim ersten Gubener Rückkehrertag von Aleksandra Drückler (l.) und Ute Weichert von der Agentur für Arbeit beraten. FOTO: LR / Jenny Theiler
Für einen Neustart in der Neißestadt werben die Stadtverwaltung und zwölf Unternehmen beim ersten Gubener Rückkehrertag. Rund 250 Besucher haben die neue Infoveranstaltung genutzt. Von Jenny Theiler

Zwischen den Feiertagen präsentiert sich die Stadt Guben von ihrer besten Seite. Besucher, einheimische Gäste und potentielle Rückkehrer sind beim ersten Gubener Rückkehrertag in die Alte Färberei eingeladen worden, um sich über Job- und Ausbildungsangebote zu informieren. „Wir wollen ganz bewusst diejenigen ansprechen, die zwischen Weihnachten und Neujahr auf  Besuch in Guben sind und mit der Idee spielen, wieder zurück zu kommen“, sagt Kerstin Geilich vom Marketing und Tourismusverein.

Das Format des Rückkehrertages hat sich in größeren Städten wie Cottbus bereits fest etabliert und findet ebenfalls am 27. Dezember statt. „Das ist heute ein richtiges Experiment, wir werden mal sehen, was daraus wird“, sagt Personalmanagerin Claudia Gerlach von der Bäckerei Dreißig. Die anwesenden Unternehmen zeigen sich jedoch zuversichtlich und kommen bereits noch vor der Mittagsstunde mit den ersten interessierten Besuchern ins Gespräch.

Auch das Gubener Plastinarium stellt sich als abwechslungsreicher Arbeitgeber vor, der beispielsweise nach einem Präperator und handwerklich versierten Mitarbeitern sucht. Dass vor allem viele junge Gubener mit dem Gedanken spielen wieder zurück zu kehren, wissen die Mitarbeiter der anatomischen Ausstellung aus erster Hand. Nicole Dentz arbeitet als Mediengestalterin für das Plastinarium und ist ebenfalls vor einem Jahr nach Guben zurückgekehrt. „Ich bin 2011 weggegangen und hatte immer den Wunsch auch wieder zurück zu kommen. Im vergangenen Jahr hab ich das gemacht“, erzählt die 32-Jährige. Die Stadt habe sich in den vergangenen Jahren positiv verändert und sei auch für Familien mit kleinen Kindern sehr attraktiv geworden, findet die junge Mutter. „Einen Kitaplatz haben wir sofort bekommen, das war völlig unkompliziert“, so die Gubenerein.

Die Doppelstadt ist trotz, oder vielleicht sogar wegen ihres Kleinstadtcharakters auch für jüngere Menschen mittlerweile recht attraktiv. „Wir können sanierte Wohnungen zu Kleinstadtpreisen und Kitaplätze anbieten. Die Wege sind kurz und die Infrastruktur zu größeren Städten wie Cottbus ist hervorragend ausgebaut“, sagt Thomas Gerstmeier von der Wohnungsgesellschaft GWG. Die Anreize, sich in Guben eine Existenz aufzubauen, sind zweifelsfrei da und werden auch von den Besuchern wahrgenommen, die gerade auf Jobsuche sind. Denn die Jobangebote in der Neißestadt sind vielseitig und sprechen sogar Fachkräfte mit akademischen Abschlüssen an.

Karl Hoßbach ist diplomierter Verfahrenstechniker und spielt ebenfalls mit dem Gedanken wieder in die Lausitz zurückzukehren. “Ich lebe jetzt seit knapp 18 Jahren in Nordrhein-Westpfahlen, also am anderen Ende des Landes. Da ich sowieso gerade auf Jobsuche bin, wollte ich heute einfach mal vorbeischauen“, sagt er. So sieht es auch Janice Woitow. Die Gubenerin ist vor 14 Jahren nach Bielefeld gezogen und möchte wieder dichter bei ihrer Familie leben. Beruflich würde sie sogar wieder ganz von vorn anfangen. „Ich komme eigentlich aus dem Einzelhandel, interessiere mich aber für einen Verwaltungsberuf oder auch für eine Tätigkeit im Plastinarium“, sagt die 34-Jährige.

In erster Linie werden Fachkräfte aus den Bereichen Handwerk, Pflege, Technik und Verwaltung gesucht. Viele Unternehmen wollen auch ausbilden.  Aber auch ausgelernte Fachkräfte sind in Guben willkommen. „Die Angebote sind bunt gemischt. Wir können auch Tätigkeiten im Handel oder Außendienst anbieten“, betont Geschäftssachbearbeiterin Ute Weichert von der Agentur für Arbeit in Guben. „Wir setzen schon auf Rückkehrinteressierte, aber natürlich gelten unsere Angebote auch für alle anderen in Guben“, sagt Ute Weichert.

„Wenn jeder der heutigen Stände es schafft auch nur einen einzigen Interessenten zu gewinnen, dann ist der Stadt schon sehr geholfen“, sagt Kersin Geilich zu Beginn der Infoveranstaltung. Gegen 14 Uhr haben rund 250 Besucher am Rückkehrertag teilgenommen. Viele haben sich für den Newsletter eingetragen und bei den Wohnungsgesellschaften angefragt. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Sicherlich ist vieles noch ausbaubar, aber so wie es jetzt aussieht, werden wir den Rückkehrertag im kommenden Jahr wiederholen“, sagt Kerstin Geilich zufrieden.