Eine Mitarbeiterin hatte einen Schwächeanfall aufgrund eines Kreislaufversagens erlitten. Sie wurde von der Notärztin untersucht, aber nicht mit ins Krankenhaus genommen. Wie die RUNDSCHAU erfuhr, soll die Rathausmitarbeiterin eine Krankenhauseinweisung abgelehnt haben. Später sei sie von ihrem Ehemann nach Hause gebracht worden.
Wie aus dem Umkreis des Rathauses zu erfahren war, soll ein von Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner gewünschtes Telefonat - er befand sich auf dem Weg nach Brüssel - der Anlass für den Kollaps gewesen sein. Zuvor hätte es bereits Anrufe des Stadtoberhauptes im Rathaus gegeben, die dort für Stress sorgten und von denen die kollabierte Mitarbeiterin wusste. Beobachter vermuten, dass der Verlauf der Sonder-Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend Anlass für die Telefonate des Bürgermeisters war.
In der Stadtratssitzung hatte auch der Ombutsbeirat der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt, dass der Abgeordnete Hans-Dieter Dill in der konstituierenden Sitzung des Beirates zu dessen Vorsitzendem bestimmt worden war. Dill, 62 Jahre alt und einst Verwaltungsdirektor des Wilkestiftes, sagte der RUNDSCHAU, dass der unabhängige Ombudsbeirat sich nicht mit arbeitsrechtlichen Fragen im Rathaus befassen werde. Und er sei auch kein Ersatzpersonalrat. Der Beirat werde aber versuchen, in strittigen Fragen zwischen der Leitung des Hauses und den Mitarbeitern zu vermitteln. Das scheine eine „erhebliche Notwendigkeit“ zu sein, denn sonst wäre die Bildung des Beirates nicht gefordert worden, sagte Dill. Auch der Personalrat der Stadtverwaltung habe nichts gegen die Bildung eines Ombutsbeirates eingewendet.
Die Mitarbeiter des Rathauses könnten sich anonym an den Ombudsbeirat wenden. Sie könnten aber auch in das Gremium kommen oder mit einzelnen seiner Mitglieder sprechen.
Um Mitarbeitern des Rathauses nicht das Gefühl zu geben, dass sie beobachtet werden, wenn sie sich an den Ombudsbeirat wenden, finden dessen Beratungen außerhalb der Stadtverwaltung in öffentlichen Räumen statt. Mitglieder des Ombudsbeirates sind Vertreter der Fraktionen des Stadtparlamentes.