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Erste Reben für Granoer Federweißen

Matthias Jahnke und Rosi Höhne ernten die ersten Trauben auf dem Granoer Weinberg.
Matthias Jahnke und Rosi Höhne ernten die ersten Trauben auf dem Granoer Weinberg. FOTO: S. Halpick
Grano. Die ersten reifen Solaris- und Gutedeltrauben des Jahrgangs 2017 sind geerntet. "Für Federweißen", betont Matthias Jahnke von der Weingut Pattke GbR. Silke Halpick

Der soll den Gästen des Weinfestes am Wochenende in Pillgram (Oder-Spree) präsentiert werden. Mit der großen Weinlese wird erst ab Ende September gerechnet. "Die Traubenqualität ist sehr gut", so Jahnke. Dafür spreche der nur geringe Anteil an fauligen Früchten sowie die große Blattmasse. Der Bauunternehmer hat Anfang des Jahres gemeinsam mit seinem Bruder sowie einem weiteren Brüderpaar als Weingut Pattke GbR den Granoer Weinberg gekauft. Nun steht der 46-Jährige am Hang und fachsimpelt mit Wilfried Olzog vom Gubener Weinbauverein über die Qualität der Ernte. Wirklich entscheidend sei jetzt der Herbst, wie Olzog betont.

Den Gubener Weinbauverein gibt es nicht mehr, er befindet sich in Auflösung. Fehlender Nachwuchs und Überalterung der Mitglieder waren die Gründe für die Liquidation und den Verkauf des einen Hektar großen Weinberges. "Wir haben das alle mit Leidenschaft gemacht", sagt Olzog. Viele der Vereinsmitglieder wollen nun auch die neuen Betreiber unterstützen und bei der diesjährigen Ernte helfen. Das traditionelle Weinbergfest soll am 30. September gefeiert werden.

Geplant ist aber auch eine Erweiterung der Anbaufläche um rund 2000 Quadratmeter, wie Matthias Jahnke erzählt. Die entsprechenden Rebrechte habe er bereits von der zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bewilligt bekommen. Mit der Umsetzung rechnet er aber frühestens 2018/19. "Im ersten Jahr wollen wir zunächst einen festen Kundenstamm aufbauen", betont er.

Bekannt ist der Granoer Wein vor allem in der Gubener Region, Anfragen kommen mittlerweile aber auch aus Cottbus, Frankfurt (Oder) und Berlin. "Unsere Verkaufsschlager sind der Gewürztraminer und der Goldriesling", sagt Jahnke. "Wie geschnitten Brot" gehe aber auch der rote Regent aus dem Holzfass. "Rotwein muss man reifen lassen", sagt Olzog mit fachmännischer Miene. Er war viele Jahre Kellermeister des Vereins. Diesen Job macht jetzt Mario Hornauer, ein gelernter Winzer.

Rund 4500 Rebstöcke stehen auf dem Granoer Weinberg. Sie wurden vor 14 Jahren von den Vereinsmitgliedern mit dem Ziel gepflanzt, die Weinanbautradition in der Region wiederzubeleben. Sieben Sorten Weißwein und vier Sorten Rotwein sind hier kultiviert. Darunter Grau- und Weißburgunder, Riesling, Goldriesling, Phoenix, Johanniter, Regent, Spätburgunder, Acolon und Dornfelder.

16 000 Liter Wein jährlich werden in der Schaukellerei in Grano gekeltert. Neben der eigenen Ernte sind es auch Trauben anderer Winzer wie aus Luckau, Drebkau oder Werder (Havel), die hier verarbeitet werden. Die Kapazitätsgrenze sei mittlerweile erreicht, sagt Jahnke. Die Weinscheune selbst gehört dem Förderverein Niederlausitzer Weinbau und wird von der Weingut Pattke GbR angemietet.

Zum Thema:
Der Granoer Wein trägt seit 2008 das Prädikat "Landwein", wie auch alle anderen Weine aus der Region. Die Bezeichnungen sind laut Weingesetz und Weinverordnung festgelegt. Allerdings entspricht die Qualität des Granoer Tropfens der von Qualitätsweinen, wie Matthias Jahnke von der Weingut Pattke GbR betont. Gekeltert werde hier sortenrein. Bekannte Weinanbauflächen im Landkreis Spree-Neiße sind auch der Wolkenberg bei Welzow, Marbachs Wolfshügel in Jerischke sowie der Weinberg in Klein Oßnig.