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| 16:33 Uhr

Dorffest
Wenn Bodo und Erna über das Dorf herziehen

Legendär sind die Figuren Erna und Bodo im Programm des „Bärenklauer Staatstheaters“.
Legendär sind die Figuren Erna und Bodo im Programm des „Bärenklauer Staatstheaters“. FOTO: Ute Richter
Bärenklau. Für das Erntefest in Bärenklau waren wieder diverse Programme einstudiert worden.

Zum traditionellen Erntefest hatte am Wochenende Bärenklau in der Gemeinde Schenkendöbern eingeladen. Mit Laub, Schleifen und Blüten hatten die Bärenklauer Frauen und Männer ihre Harken, Sensen und die Erntekrone für das Erntefest bereits am Freitagabend geschmückt. Am Samstagmittag machten sich die Schnitterpaare auf den Weg durchs Dorf hin zur letzten Mahd. Angeführt von Vogt Bernd Lehmann auf einem Pferdewagen, wurde am Feldrand der Lohn ausgehandelt, bevor sich die Paare ans Werk machten. Nach getaner Arbeit wurden sie mit Quark- und Schmalzstullen sowie Wein belohnt. Ein Tänzchen durfte ebenfalls nicht fehlen.

Mit auf dem Pferdewagen, der die Schnitterpaare durch das Dorf begleitete, saß eine Delegation aus der polnischen Partnergemeinde Trzebiechow. Für Bürgermeisterin Izabella Staszak, die einige der Ortsvorsteher sowie Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mitgebracht hatte, ist es immer wieder interessant zu sehen, wie Landwirtschaft einst und heute in Deutschland funktioniert. Deshalb lässt sie sich mit ihren Begleitern das nicht entgehen. Seit nunmehr 20 Jahren gibt es eine enge Verbundenheit der Gemeinde Schenkendöbern mit Trzebiechow. Anlass war damals die Oderflut.

Am Nachmittag warten dann stets alle Besucher gespannt auf die Kulturprogramme der „Jungen“ und „Alten“ von Bärenklau. Traditionell präsentiert das „Bärenklauer Staatstheater“ am Nachmittag sein legendäres Programm. Nach der Ideenfindung wurde dreimal geprobt. Die Bärenklauer Frauen Barbara und Steffi Halbing entwerfen aus den Ideen aller Mitwirkenden einen Plan. Dann trifft sich die Runde von etwa 20 Laiendarstellern, um ein lustiges Programm einzustudieren. Und so entsteht seit mittlerweile neun Jahren jeweils eine einzigartige Aufführung, die die Besucher stets mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Legendär sind dabei das Rentnerpaar Bodo und Erna, die stets ein Resümee des Dorflebens ziehen. „Wir wollen mit unserem Programm zeigen, dass wir ein kleines Dorf sind, wo jeder mit anpackt und man auch nicht vor politischen Themen Halt macht“, so Barbara Halbing.

In diesem Jahr ging es um 70 Jahre Bärenklauer Siedlung, um 50 Jahre Sportverein und um Treppenbier bei den Bewohnern des Wohnblockes mit der „Goldenen Hausnummer 7“. Das Fernsehteam von RBB-Bärenklau spielte ebenso eine Rolle wie Jolly Sander und eine Birkenwein- sowie Haarwasser-Herstellungsmaschine. Am Ende waren sich aber alle einig: Die sich gerade in der Sanierung befindliche Turnhalle in Bärenklau wird eher fertig sein als der BER in Berlin. Die Requisiten werden übrigens alle selbst hergestellt und mittlerweile ist auch ein großer Fundus entstanden.

Etwas später am Abend präsentiert jeweils die Jugend des Ortes ihr Programm. Auch sie beziehen sich traditionell auf aktuelle Geschehnisse im Ort. In diesem Jahr orientierten sie sich an der Fernsehsendung „Bares für Rares“ und versteigerten beispielsweise Helgas Schürze, die Speckgabel der Fastnacht oder den Bier-Stiefel der Fußballer für den geplanten Kauf des Schlosses in Bärenklau. Die „Kaufsumme“ kam nicht ganz zusammen, aber Spaß hatten alle trotzdem.

Jede Menge zu erleben gab es rundherum für Kinder und Erwachsene. Beim Preisangeln des Bärenklauer Angelvereins sowie beim Bogenschießen ging es um Zielgenauigkeit. Tradition hat die Traktorschau am Feldrand. Am Abend wurde unter der Erntekrone getanzt.

(utr)