Mal hatten die Babtistengemeinden der Region zum Englischcamp eingeladen. Insgesamt 26 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren verbrachten mit elf Betreuern erlebnisreiche Tage.

Eigentlich könnten die Jugendlichen ihre Ferien genießen, entspannen und einfach mal nichts tun. Doch die Campteilnehmer können sich nicht Schöneres vorstellen, als mit Gleichgesinnten ihre Zeit zu verbringen - und Englisch zu sprechen. "Dabei steht natürlich auch der christliche Glauben im Vordergrund. Wir vermitteln den Jugendlichen viele biblische Werte", erklärt Alan Gross, Pfarrer aus Cottbus und Leiter des Camps. Er versichert, dass gerade in der Lausitzer Region viel für die Jugend gemacht werden müsse. Zwar sei der Kreis der jugendlichen Campteilnehmer in den zurückliegenden Jahren immer kleiner geworden, trotzdem seien solche Angebote wichtiger denn je.

Im Camp gibt es ein festes Programm. Am Vormittag wird Englisch unterrichtet und gemeinsam aus der Bibel vorgelesen - natürlich in der englischen Fassung. "Die Konversation in englischer Sprache in den einzelnen Gruppen ist wichtig, um die Kenntnisse zu festigen", sagt Alan Gross. Dabei sei es wichtig, sich gegenseitig zu verstehen. Grammatik stehe an zweiter Stelle. "Das kommt alles mit der Zeit. Je mehr die Jugendlichen hören und sprechen, desto besser werden ihre Fähigkeiten", so Gross.

Elias Maaß aus Eisenhüttenstadt war schon dreimal dabei. "Ich bin über die babtistische Gemeinde in Eisenhüttenstadt dazugekommen und möchte das Camp nicht missen. Man trifft Leute, die zu Freunden geworden sind, und die man sonst nicht sieht", erzählt der 17-Jährige. Die gemeinsamen Aktivitäten - dazu gehören neben den christlichen und englischen Angeboten auch Volleyball, Fußball, Dart und vieles mehr - seien Abwechslung und Spaß gleichermaßen. "Klar, dass ich im nächsten Jahr wieder mit dabei bin. Auch die Gubenerin Luise Eckert schwärmt. "Ich habe im vergangenen Jahr schon mal reingeschnuppert. Eigentlich haben mich Freunde darauf gebracht, das Camp zu besuchen. Und es ist richtig schön hier. Die Gemeinschaft, das Beten, das Englischsprechen, alles ist super schön", versichert die 14-Jährige. Nur das zeitige Aufstehen in den Ferien ist nicht so ganz nach ihrem Geschmack. "Aber der Spaß entschädigt dafür", betont sie.

Fernseher, Computer und Smartphone allerdings sind im Camp Mangelware. "Es ist ein Segen, dass hier der Handy-Empfang so schlecht ist. Und den Fernseher brauchen wir sowieso nicht", sagt Sarah Gross aus Marburg. Sie ist eine der Betreuerinnen und hat viele Ideen im Gepäck. Aaron (16) aus Eisenhüttenstadt bekommt beispielsweise gerade ein Tattoo von ihr auf dem Arm gemalt. "Gut, dass es sich nach etwa einer Woche wieder abwaschen lässt. Ein echtes Tattoo wäre nichts für mich", sagt Aaron lachend.

Alan Gross derweil zieht sich immer mehr aus der Organisation zurück. "Ich möchte den Platz freimachen für jüngere Leute", betont der Pfarrer. Deshalb werde es auch erstmalig vom 22. bis 29. August ein Camp für die älteren Jugendlichen im Alter von 19 bis 26 Jahren geben. "Ehemalige Englischcampteilnehmer werden das Camp leiten", sagt Alan Gross. Interessenten könnten sich in der Gemeinde ihres Ortes anmelden. Gross kann das Feriencamp in Deulowitz außerdem nur empfehlen. "Es ist eine sehr schöne Gegend, zudem sind die Unterkünfte preiswert."