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Ende des Dornröschenschlafs

Frank Pritzsche setzt bei der Wiederbelebung des früheren Gartencenters auch auf die Ideen der Gubener.
Frank Pritzsche setzt bei der Wiederbelebung des früheren Gartencenters auch auf die Ideen der Gubener. FOTO: Siegel
Guben. Der traurige Dornröschenschlaf für das ehemalige Gartencenter Pusch an der Cottbuser Straße in Guben ist beendet. Vor einigen Tagen hat der Geschäftsmann Frank Pritzsche den Komplex gekauft. Jan Siegel

Frank Pritzsche ist kein Hasardeur, aber ein Lokalpatriot. Seit vielen Jahren betreibt er als Eigentümer mit großem Erfolg fünf Hoffmann-Möbelhäuser in Südbrandenburg und Sachsen. Der erfahrene Geschäftsmann kennt daher die Herausforderungen sehr genau, die eine schrumpfende Grenzregion an einen Unternehmer stellt.

Vor einigen Tagen hat er den Komplex des früheren Gartencenters Pusch gekauft. "Ich habe mich nicht darum gerissen", sagt Pritzsche offenherzig. Lange hoffte er, dass sich ein Interessent für die Immobilie am Ortseingang von Guben finden würde. Schließlich grenzt das Hoffmann-Möbelhaus in der Neißestadt an das verlassene Areal.

Gemeinsam mit dem damaligen Inhaber Horst Pusch hatte Frank Pritzsche bereits Anfang der 1990er-Jahre den Gebäudekomplex an der Cottbuser Straße aufgebaut. Am Ende aber waren es im Fall der Firma Pusch ein trauriger Familienstreit und daraus resultierende geschäftliche Fehlentscheidungen, die das Gartencenter in den Ruin trieben.

Immer wenn Frank Pritzsche in den zurückliegenden Monaten aus dem Fenster seines Büros in Guben schaute, sah er, wie das angrenzende Areal weiter verfiel. "Ich will nicht, dass das so weitergeht", sagt er. Der Gebäudekomplex an der wichtigen Einfallstraße nach Guben sei irgendwie auch ein Aushängeschild für die Stadt.

Weil sich seit eineinhalb Jahren nichts tat, hat sich Pritzsche entschlossen, den Standort selbst wieder zu beleben.

Möbel will er dort nicht verkaufen. "Wir haben im Gubener Möbelhaus eine effektive Verkaufsfläche von 9000 Quadratmetern, das ist genug", sagt er. Stattdessen will Frank Pritzsche das frühere Gartencenter in ein vielseitiges Handels- und Dienstleistungszentrum verwandeln. Dort sollen künftig Unternehmen und Geschäftsleute mit guten Ideen Flächen unterschiedlichster Größe mieten können. Pritzsche kann sich dabei eine breite Palette vom Nagelstudio über Arztpraxen und Einzelhandel bis hin zu Büros für Firmen vorstellen. Dabei setzt der Lokalpatriot auf die Ideen der Gubener, denen er "faire Mieten bieten" will.

Einen neuen Namen für das heruntergekommene Gartencenter hat er schon. Bald soll es als "Schiller-Center" aus dem Dornröschenschlaf erwachen.