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| 10:32 Uhr

Handel in Gubin
Eingeschränkter Einkaufsspaß am Sonntag

 Auch die Einkaufspassage „Galerie Hosso“ in Gubin ist von den Einschränkungen betroffen.
Auch die Einkaufspassage „Galerie Hosso“ in Gubin ist von den Einschränkungen betroffen. FOTO: Ute Richter
Guben/Gubin. Noch vor einem Jahr war in Polen das Einkaufen fast überall an allen Sonntagen möglich. Jetzt dürfen viele Geschäfte nur noch am letzten im Monat öffnen. Von Thomas Engelhardt

Auf eine Neuregelung müssen sich ab sofort all jene einstellen, die in Polen einkaufen wollen: Mit Beginn des neuen Jahres ist der Sonntagseinkauf im Nachbarland nur noch einmal im Monat möglich. Der Grund sind Neuerungen beim Ladenschlussgesetz in Polen.

Damit ändern sich die Gegebenheiten nun schon zum zweiten Mal. Noch vor einem Jahr war in Polen das Einkaufen fast überall an allen Sonntagen möglich. Im März 2018 gab es die erste Änderung: Von da an durften die Geschäfte nur noch an zwei Sonntagen im Monat öffnen. Nun also folgt die zweite Einschränkung: „In diesem Jahr kann man nur am jeweils letzten Sonntag eines jeden Monats einkaufen“, berichtet Katarzyna Guzenda vom Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrum in Frankfurt (Oder). Von dieser Regelung betroffen sind alle Geschäfte, in denen der Eigentümer nicht selbst hinter der Theke steht, also meist Supermärkte und die Läden von großen Ketten, aber auch Einkaufszentren.

„Es gibt allerdings Ausnahmen“, so Katarzyna Guzenda weiter. Dazu gehören kleine Familienläden, in denen kein angestelltes Personal den Verkauf übernimmt, aber auch Apotheken, Tankstellen oder Blumenläden. Auch Gaststätten können ihre Tore weiterhin jeden Sonntag öffnen.

Die Besitzer-Regel ist auch wichtig, wenn man das Einkaufen auf den Basaren betrachtet. „Jeder kleine Stand ist da als einzelnes Unternehmen zu sehen. Verkauft der Inhaber selbst, kann der Stand grundsätzlich auch an Sonntagen geöffnet werden“, erklärt die Expertin des Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrums, das der Verbraucherzentrale Brandenburg zugeordnet ist. Ihrer vorsichtigen Schätzung nach dürfte dies aber nicht mehr als die Hälfte der Basar-Stände betreffen.

Eine spezielle Genehmigung oder Bescheinigung brauchen Ladenbesitzer nicht, wenn sie öfter als nur an einem Sonntag ihre Geschäfte öffnen wollen. Dafür wird es im Nachbarland aber Kontrollen der staatlichen Arbeitsinspektion geben, ob die neuen Regelungen auch eingehalten werden.

Die jetzige Neuerung ist allerdings nur eine Übergangsregelung. Schon für 2020 ist die nächste Verschärfung angekündigt. Dann wird es in Polen – bis auf einige Ausnahmen – sonntags ein grundsätzliches Einkaufsverbot in allen größeren Geschäften geben. Dies sei dann laut Katarzyna Guzenda mit deutschen Verhältnissen durchaus vergleichbar.

Einen aktuellen Kalender mit den Schließtagen hat das Deutsch-Polnische Verbraucherinformationszentrum im Internet unter www.konsument-info.eu/de/downloads/ladenschlusszeiten veröffentlicht. Mit ihm können Verbraucher schnell überprüfen, an welchen Tagen sie einen Großeinkauf im Nachbarland planen können. Beratungen zu grenzüberschreitenden Verbraucherfragen bietet das Verbraucherinformationszentrum dienstag und donnerstags jeweils von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 16 Uhr oder nach Terminvereinbarung an. Zu finden ist das Zentrum in Frankfurt (Oder), Karl-Marx-Straße 7. Terminvereinbarung: Telefon 0331 98 22 99 95 oder per Mail an konsument@vzb.de.