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| 15:35 Uhr

Guben
„Einstein on Tour“ in Guben

Auch der Sechstklässler Marc Geßler informiert sich über die Relativitätstheorie. Sein Vater findet es toll, dass es solche Angebote in Guben gibt.
Auch der Sechstklässler Marc Geßler informiert sich über die Relativitätstheorie. Sein Vater findet es toll, dass es solche Angebote in Guben gibt. FOTO: SIlke Halpick / LR
Guben. Die Uni Tübingen bietet Relativitätstheorie quasi zum Anfassen für Schüler und andere Interessierte.

Das Einstein-Mobil der Universität Tübingen hat Station am Gubener Pestalozzi-Gymnasium gemacht. Interaktiv und anschaulich können Schüler und Gäste die Relativitätstheorie erleben. Höhepunkt ist die virtuelle Fahrradtour durch Tübingen gefühlt in Lichtgeschwindigkeit.

„Ich habe 70 Prozent Lichtgeschwindigkeit geschafft“, sagt Frieda Clodius. Darauf ist die Viertklässlerin schon stolz. Je schneller sie mit dem Ergo-Bike fährt, desto stärker krümmen sich auch die Häuser, Straßen und Plätze auf der Leinwand vor ihr. Von Lichtgeschwindigkeit kann zwar keine Rede sein. Vielmehr wurden in der Simulation die 300 000 Kilometer pro Sekunde, die das Licht braucht, auf ein Tempo von 30 Kilometer pro Stunde herunter gerechnet.

„Ich finde das Thema total spannend“, sagt Elisa Pickert. Dem Engagement der Elftklässlerin ist es auch vordergründig zu verdanken, dass das Einstein-Mobil überhaupt den Weg an die Neiße fand. „Sie hatte den Brief an die Uni in Tübingen geschrieben, der diesmal überzeugen konnte“, erzählt ihre Physiklehrerin Katrin Leppich. Der erste Versuch vor einigen Jahren war noch erfolglos.

Das Einsteinmobil ist ein Projekt der Universität Tübingen mit dem Ziel, Schülern Einsteins Relativitätstheorie anschaulich zu erklären. Geboren wurde die Idee im Jahr 2005, als die Spezielle Relativitätstheorie ihren 100. Geburtstag feierte und es zahlreiche Sonderausstellungen dazu gab. Seit Anfang 2006 ist der Lieferwagen samt Computertechnik und Experimenten deutschlandweit unterwegs. Mehr als 144 Schulen wurden bereits angesteuert. Finanziert wird das Projekt über die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

„Die Relativitätstheorie gehört eigentlich gar nicht zum Lehrplan“, sagte Pickert. Persönlich findet sie das ziemlich schade. Erst im Physikstudium werde die umfangreiche Thematik behandelt, wie die Physiklehrerin erklärt. Doch dank des Einsteinmobils können sich die Gubener Gymnasiasten nun doch zwei Wochen lang mit Einsteins bekanntester Theorie auseinandersetzen.

Was sie dabei über schwarze Löcher und den Ereignishorizont herausfanden, erzählen die Elftklässlerinnen Kyra Burkert und Haidy Stecklina auch den interessierten Besuchern in einem Kurzvortrag. Demnach ist der Ereignishorizont die ultimative Grenze, hinter der dem schwarzen Loch nichts mehr entkommen kann. Einzige Ausnahme: Es ist schneller als das Licht, was unmöglich ist.

Auch für einen Astronauten, der mit den Füßen voran in ein schwarzes Loch rast, haben die beiden nur schlechte Zukunftsaussichten: Weil die Gravitation an den Füßen stärker als am Kopf ist, werde er in die Länge gezogen und gleichzeitig seitlich zusammengedrückt. Die Experten nennen das den Spaghetti-Effekt. Der Astronaut wird ohnmächtig und schließlich brechen seine Knochen.

Mit diesem Vorwissen ausgestattet, können sich die Besucher anschließend an sieben Computern über noch mehr Details zur Relativitätstheorie informieren. Marc Geßler schaut sich gemeinsam mit seinem Vater ein kurzes Erklärstück zur Zeitdilalation an. Bei diesem Phänomen läuft die Zeit in bewegten Systemen langsamer für den außen stehenden Betrachter ab.

„Mein Physiklehrer hat mir den Tipp gegeben, hier vorbeizuschauen“, erzählt der Sechstklässler. Auch sein Vater Ralf Geßler ist begeistert. Er findet es toll, dass es solche Angebote auch in Guben gibt. „Ob man alles versteht, ist eine andere Sache“, räumt er ein. Neben den beiden sitzt Benjamin Simmelt am Flugsimulator. Natürlich fliegt auch er mit Lichtgeschwindigkeit. „Das macht irre viel Spaß“, sagt er.