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| 02:44 Uhr

Einkauf in Gubin, Wohnen in Guben

Guben. Große Visionen hat Gubins Bürgermeister Bartlomiej Bartczak am Donnerstag im Gubener Rathaus für Gubin präsentiert. Anlass war eine gemeinsame Sondersitzung des Fachausschusses Umwelt, Verkehr, Ordnung, Sicherheit und Euromodellstadt der Stadtverordnetenversammlung Guben mit Vertretern der Verwaltung und des Stadtrates Gubin. Beate Möschl

Die Gubiner Abgeordneten und ihr Bürgermeister waren direkt von ihrer Stadtverordnetenversammlung nach Guben in die Sondersitzung des Umweltausschusses gekommen und zeigten gute Kondition. Die zu Beginn unmittelbar nach der Begrüßung durch den Ausschussvorsitzenden Günter Quiel (SPD) von Carsten Jakob angeregte Idee fand im Anschluss an die Präsentationen noch ein konzentriertes Echo und Zustimmung beider Seiten. Als sachkundiger Einwohner im Umweltausschuss hatte Jakob angeregt, solche Zusammenkünfte zu einer festen Einrichtung zu machen, um sich gegenseitig über die aktuelle Situation in beiden Städten sowie über Probleme und Vorhaben zu informieren, und mögliche Unterstützung abzuklopfen.

Die Präsentation der nächsten Vorhaben in Guben und Gubin zeigte schnell, dass so etwas durchaus sinnvoll sein kann. Denn während in Gubens Altstadt Ladengeschäfte leer stehen, soll in einer ehemaligen Textilfabrik an der Neiße in Gubin auf drei Etagen ein neues, 8000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum entstehen, die "Galeria Luzycka" (Lausitzer Galerie) mit rund 100 Parkplätzen.

Bürgermeister Bartlomiej Bartczak hatte den Investor mit in die Runde gebracht. Tadeusz Rodak präzisierte, was bereits durch lokale Medien bekannt geworden war. So soll unter anderem das geplante Kino aus zwei Sälen bestehen. In dem einen sollen polnische Filme gezeigt werden, in dem anderen deutsche oder die deutsche Version. "Betreiben wird es ein Unternehmen aus Krakau", so Tadeusz Roda. Auch eine Kegelbahn soll es geben und einen Fitness-/Kraftraum, ein Hotel, ein Markenrestaurant und natürlich Laden-Geschäfte, vor allem Marken-Boutiquen. Die Eröffnung der rund sieben Millionen Euro teuren Galerie neben McDonald's ist im vierten Quartal 2013 geplant.

Die Gubener Abgeordneten und sachkundigen Einwohner gratulierten zu dem Projekt. Gubiner Abgeordnete fragten nach den Arbeitsplätzen, und ob es auch Platz gibt für Gubiner Händler. Der Investor erklärte, dass nach ersten Schätzungen 50 bis 70 Beschäftigte dort arbeiten werden und versicherte: "Wir werden Marken-Geschäfte haben, aber auch lokale Händler aus Gubin und Guben."

Zusätzlich gibt es in Gubin bereits Pläne für die Neugestaltung des historischen Platzes vor der ehemaligen Stadt- und Hauptkirche. Die sollte eigentlich der verantwortliche Architekt präsentieren. Der war kurzzeitig verhindert, also übernahm Bürgermeister Bartlomiej Bartczak die Präsentation, unterstützt von Dolmetscherin Monika Michta, die insgesamt mehr als zwei Stunden für die gegenseitige Verständigung aktiv war. Demnach könnte der Platz in einer modernen Variation des Angers umsäumt werden von einer Häuserzeile aus zwei bis drei Etagen mit Cafés, Geschäften, Büros, und Wohnungen, Durchgängen, einem Dachgarten im Innenhofbereich und einer Tiefgarage im Keller. Bartlomiej Bartczal zufolge könnte sich eine Investorengruppe aus Österreich, deren Mitglieder aus Polen stammen, vorstellen, das zu realisieren.

Die Gubener informierten ihre Nachbarn über den geplanten Ausbau der Alten Poststraße, weitere Modernisierungen und Wohnprojekte in der Altstadt und die Vorhaben zum Neiße-Grünzug. Die vom Land geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen sollen in der nächsten gemeinsamen Fachausschussitzung im August thematisiert werden.