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Einfach aus dem Rahmen fallen

Die drei Künstlerinnen: Ines May, Bettina Pfeiffer und Jana Wilke (v.l.n.r.).
Die drei Künstlerinnen: Ines May, Bettina Pfeiffer und Jana Wilke (v.l.n.r.). FOTO: S. Halpick
Guben. Mal sind es Hände und Beine, die ganz offensichtlich aus dem Bilderrahmen ragen. Mal kommt der Bruch subtiler – als schwarzes Schaf in einer Herde weißer Artgenossen. Silke Halpick

Gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie der "Blick über den Tellerrand hinaus" haben die drei Gubener Künstlerinnen Jana Wilke, Bettina Pfeiffer und Ines May zur Sonderausstellung "Aus dem Rahmen" inspiriert. Zu sehen ist die Schau noch bis nach Ostern in der "Herberge zur Heimat" in Guben.

"Das Konzept ist brandenburgweit einzigartig", sagt Jana Wilke. Die Gubener Stadtverordnete schreibt Gedichte seit ihrer Kindheit, "aber nie mit besonderem Ehrgeiz", wie sie sagt. In der Ausstellung werden sie nun mit Bildern oder Fotografien illustriert. Mal ist das Gedicht zuerst da, mal das Bild. "Das ist wie Pingpong", erzählt Wilke. Die Künstlerinnen spielen sich die Bälle zu und inspirieren sich gegenseitig. Für die Vorbereitung haben sie ein halbes Jahr gebraucht.

"Morgenröte" heißt das großformatige Acryl-auf-Leinwand-Bild von Ines May, das nun neben dem Gedicht "Vom Augenblick zur Ewigkeit" hängt. Auffällig sind Kreise und Wellen in Rillenoptik, die mithilfe eines Fliesenspachtels erzeugt wurden. "Ich experimentiere gern mit Material und Werkzeug", sagt May. In der Malerei finde sie innere Stabilität und Freiheit zugleich.

"Ich wollte immer Buch-Illustratorin werden", erzählt Bettina Pfeiffer. Stattdessen wurde sie zunächst Maschinistin für Kraftwerksanlagen. Seit zehn Jahren arbeitet sie als freiberufliche Künstlerin. "Das Schwierige ist nicht die Kunst an sich, sondern diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", sagt sie.

Bereits seit sechs Jahren arbeiten Bettina Pfeiffer und Jana Wilke regelmäßig für die traditionelle Ausstellung im Rahmen der Frauenwoche zusammen. Als Gastkünstlerinnen wirkten in der Vergangenheit beispielsweise Elke Wetzel oder Inna Perkas mit. Diesmal war es Ines May. "Ich könnte mir schon ein Heft mit den Best-Offs aller Ausstellungen vorstellen", sagt Jana Wilke. Doch dafür fehle noch ein Sponsor.