ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:10 Uhr

Der Experten-Tipp
Eine tolle Aussicht auf Guben

Guben. Wanderführerin Gudrun Jordan kennt viele schöne Plätze – einer liegt bei Kaltenborn.

Wer mit Gudrun Jordan unterwegs ist, merkt schon nach wenigen Metern, dass da jemand ist, der zum einen die Natur liebt, zum anderen ganz genau weiß, wovon er spricht. „Wir haben hier ein Endmoränengebiet. Das ist noch relativ jung und bietet dem Wanderer viele Kleinode – Berge, Schluchten, kleine Wasserläufe.“

Von wegen nur Kiefern und Sand: Rund um Guben gibt es viel mehr zu sehen, und Gudrun Jordan hilft gern dabei, diese Schätze auch wirklich zu entdecken. Seit fünf Jahren ist 62-Jährige zertifizierte Wanderführerin. Ihre Ausbildung erhielt sie im Geopark Muskauer Faltenbogen. „Ich hatte gehört, dass dort Landschaftsführer gesucht werden.“ Nach drei, vier intensiven Monaten hatte sie das deutschlandweit anerkannte Zertifikat in der Tasche. Seitdem führt Gudrun Jordan für den Marketing- und Tourismusverein bis zu vier Mal im Jahr Wanderer durch die Gubener Region. Noch einmal so viele Touren führt sie im Geopark durch. Dort gehört die zudem zum Betreuerteam der Kinder, die als Geostrolche die Gegend erkunden. Ab und an kommt noch eine private Anfrage hinzu.

„Noch mehr Touren gehen dann auch gar nicht.“ Denn Gudrun Jordan legt Wert auf Qualität bei ihren Führungen. „Ich bereite mich intensiv vor und informiere mich umfangreich über die jeweilige Strecke.“ Jede Tour wird von ihr drei- bis fünfmal vorher abgegangen. Auf Fotos hält sie Sehenswertes fest, das sie später den Wanderern zeigt.

Die Liebe zur Natur ist für die Gubenerin schon lange ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Ursprünglich studierte sie Landwirtschaft. Nach 1990 schulte sie dann zur Krankenschwester um, doch die Natur blieb ihr Hobby. Wobei ihr bei ihren Führungen auch immer wichtig ist, neben Natur und Landschaft auch immer eine Verbindung zum Menschen herzustellen.

Inzwischen hat sie auch reichlich Erfahung, was sie organisatorisch beachten muss: „Natürlich muss die Strecke eine Runde ergeben. Sie sollte nicht länger als sechs, maximal sieben Kilometer sein und maximal zwei bis drei Stunden dauern.“ Wichtig sei, Punkte zu haben, an denen man auch einmal ein paar Minuten auf jene Teilnehmer warten könne, die etwas langsamer sind. „Schließlich soll jeder, der mitkommt, seine Freude am Wandern haben, die Tour genießen und sich nicht gehetzt vorkommen.“

Wichtig ist Gudrun Jordan außerdem, stets neue Touren anzubieten. Schließlich gehe es darum, die Vielfältigkeit der Region zu zeigen. Dass Guben und Umgebung viel zu bieten haben, habe ihr im vorigen Jahr die Führung mit einer Gruppe aus Nordrhein-Westfalen gezeigt: „Diese Besucher haben das Außergewöhnliche unserer Region gesehen. Sie waren zum Beispiel erstaunt, wie unberührt unsere Landschaft ist. Das kannten sie von Zuhause nicht.“

An ihren Touren nehmen immer mindestens 20 Leute teil, manchmal sind es gar an die 50. Inzwischen hat sich sogar eine Kerngruppe gebildet, die immer dabei ist. Freuen würde sie sich, wenn noch mehr Kinder an den Wanderungen teilnehmen würden.

Plätze, an denen es Gudrun Jordan ganz besonders gefällt, gibt es viele. Ein solcher Platz sind die Plantagen mit Obstbäumen oberhalb von Kaltenborn. „Auf dieser Wiese hier gibt es weit mehr als 20 verschiedene Gras- und Kräutersorten“, erzählt sie. „Und von hier hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Im Winter, wenn keine Blätter an den Bäumen sind, ist diese Aussicht sogar noch besser als jetzt.“

 Von den Obstbäumen oberhalb von Kaltenborn präsentiert Wanderführerin Gudrun Jordan diesen Ausblick auf Guben. Im Hintergrund ist als ein Orientierungspunkt das Hochhaus zu erkennen.
Von den Obstbäumen oberhalb von Kaltenborn präsentiert Wanderführerin Gudrun Jordan diesen Ausblick auf Guben. Im Hintergrund ist als ein Orientierungspunkt das Hochhaus zu erkennen. FOTO: lr / Engelhardt
(ten)