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| 18:23 Uhr

Musikalische Reise durch Guben
Eine Straßenbahn in der Kirche

 Am Montag wurde in der Klosterkirche fleißig geprobt, vor allem das Zusammenspiel der mitwirkenden Gruppen. Freitag muss dann alles passen.
Am Montag wurde in der Klosterkirche fleißig geprobt, vor allem das Zusammenspiel der mitwirkenden Gruppen. Freitag muss dann alles passen. FOTO: lr / Engelhardt
Rund 60 Aufführende laden am Freitag zu einer besonderen Reise durch Guben ein.

„Da steht sie, die alte Gubener Straßenbahn, in ihrem Depot, und träumt von den ,guten alten Zeiten’, als sie noch heiter durch die Stadt fuhr, fleißig klingelte und Fahrgäste vom Bahnhof in die Stadt oder zurück brachte.“ Mit diesen Worten beginnt die musikalische Geschichte, die am Freitag, ab 18 Uhr, in der Gubener Klosterkirche zu erleben sein wird. Dabei wird diese Geschichte einerseits den ersten großen Höhepunkt des diesjährigen Frühlingsfestes bilden. Andererseits ist sie eine von vielen Veranstaltungen in Brandenburg, die innerhalb der Reihe „Musikschulen öffnen Kirchen“ stattfindet. Und nicht zuletzt ist es eine Geschichte, bei der schon allein die Entstehung erzählenswert ist.

Es ist runde zehn Jahre her, als die Gubener Musikschullehrerinnen Karin Freitag und Karolin Meyer auf einem Kongress Allan Rosenheck kennenlernten. Der gebürtige US-Amerikaner, der in der Schweiz lebte, führte ein interessantes berufliches „Doppelleben“. Er war sowohl Elektroingenieur, als auch Komponist. Schnell entstand bei den Gubenerinnen die Idee, Rosenheck zu bitten, ein Werk extra für die Neißestädter zu komponieren. Ein rundes Jahr später war dieses Werk dann fertig. Titel: „Die Gubener Straßenbahn – eine musikalische Reise“.

Erstmals aufgeführt wurde es dann bei den Brandenburger Musikschultagen „Sound City“ im Sommer 2011, die vor allem wegen ihrer Wetterkapriolen im Gedächtnis blieben. Damals, als es viel zu kalt und nass für ein Musikfestival war, wurde die „Straßenbahn“ vom Blockflötenensemble der Musikschule und einem Akkordeon aufgeführt.

Vor etwa zwei Jahren kam dann der Wunsch auf: Lasst uns die Straßenbahn noch einmal aufführen! Der Kreis der Akteure, die diese Aufführung realisieren werden, ist derweil deutlich angewachsen. Neben den Blockflöten von Karin Freitag gehören auch das Zupfstreichorchester Guben um Anja Hawlitzki, Mitglieder des Kinderchores der Klosterkirche unter der Leitung von Kantor Hansjürgen Vorrath und Mädchen und Jungen der Elementaren Musikpädagogik der Städtischen Musikschule unter der Regie von Julia Schilling dazu. Insgesamt sind es rund 60 Personen, die da unter einen künstlerischen Hut zu bringen sind. Dazu kommt noch Mathias Berndt. Der langjährige Atterwascher Pfarrer fungiert als Sprecher, als Erzähler der Geschichte.

Aus all diesen Akteuren ein gemeinsames Ensemble zu machen, könnte der schwierigste Part an den Vorbereitungen sein. Allzu viel Zeit bleibt dafür jedenfalls nicht. Nachdem die einzelnen Gruppen ihre Teile separat übten, gab es vor zwei Wochen die erste gemeinsame Probe. Nach einer weiteren großen Probe am Montag gibt es dann eine letzte Zusammenkunft am Freitag, vor der Aufführung. Danach muss alles passen, fiebert Anja Hawlitzki dem Konzert entgegen.

Karin Freitag freut sich unterdessen, dass Rosenheck in seine Komposition auch viel Lokalkolorit hat einfließen lassen. So gibt es ein Lied mit dem Namen „Der Hut“ und auch einen „Gurkenblues“. Und auch ein Abstecher in den Kreuzgang eines Klosters fehlt nicht. Ganz zum Schluss der etwa einstündigen Aufführung gibt es dann noch ein Lied, das wohl zu den bekanntesten Stücken in der Lausitz gehört. Mehr wird noch nicht verraten.

An all dem hätte wohl auch Allan Rosenheck seine Freude gehabt. Erleben kann der Komponist die Aufführung nicht mehr, er verstarb im Februar vorigen Jahres. Dafür wird das Projekt mit großem Interesse von Rosenhecks Frau begleitet. „Sie freut sich auch darüber, dass das Stück für einen guten Zweck aufgeführt wird“, weiß Karin Freitag. Die Spenden, um die am Freitag bei freiem Eintritt gebeten wird, sollen der Restaurierung der Orgel der Kirche in Grano zugutekommen.

 Am Montag wurde in der Klosterkirche fleißig geprobt, vor allem das Zusammenspiel der mitwirkenden Gruppen. Freitag muss dann alles passen.
Am Montag wurde in der Klosterkirche fleißig geprobt, vor allem das Zusammenspiel der mitwirkenden Gruppen. Freitag muss dann alles passen. FOTO: lr / Engelhardt