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| 15:05 Uhr

150 Jahre Radfahren in Guben
Eine runde Sache zum Stadtfest

 Spannende Radrennen gab es in den vergangenen Jahrzehnten in Guben so manche. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1999 und zeigt einen Wettkampf in der Innenstadt. Hier biegt das Feld gerade in die Straupitzstraße ein.
Spannende Radrennen gab es in den vergangenen Jahrzehnten in Guben so manche. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1999 und zeigt einen Wettkampf in der Innenstadt. Hier biegt das Feld gerade in die Straupitzstraße ein. FOTO: Ellmenreich
Guben. In Guben wird seit 150 Jahren Rad gefahren – das wird am 18. Mai gebührend gefeiert.

Ganz besonders sportlich soll es in diesem Jahr beim Gubener Frühlingsfest zugehen. Den Grund dafür liefern die Radsportler der Stadt. Sie laden die Besucher dazu ein, mit ihnen am Samstag, 18. Mai, ein Jubiläum zu feiern: 150 Jahre Radfahren in Guben.

Grundlage dieses Jubiläums sind die Forschungen von Horst Uibel. Der Vater von Radsportbundestrainer Detlef Uibel hat die Geschicke des Gubener Radsports viele Jahre entscheidend mitgeprägt und inzwischen eine Chronik des Radsports an der Neiße erarbeitet. Dabei stieß er im Gubener Wochenblatt vom 13. Juni 1869 auf ein so genanntes Velociped, ein Hochrad, das vom Schlossermeister Hugo Pietsch erbaut worden war und das auf dem Kastaniengraben unterwegs war. Dies gilt als Geburtsstunde des Radfahrens in Guben.

Aus Anlass des Jubiläums hat der Gubener Radsportverein, dem aktuell rund 40 Mitglieder angehören, für das Frühlingsfest einen Aktionstag vorbereitet. Dabei sollen die Besucher nicht nur unterhalten, sondern zum Mitmachen animiert werden. „Ein Höhepunkt soll dabei die Stadtwette werden“, sagt Reinhard Schmiechen, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Dazu sollen sich die Gubener und Gubiner an diesem Nachmittag um 14 Uhr auf dem Festgelände zu einem gemeinsamen Fahrradkorso einfinden. Die entscheidende Frage wird lauten: Welche der beiden Städte bringt mehr Teilnehmer an den Start? Der Korso, bei dem auch die beiden Bürgermeister mitradeln werden, wird vom Dreieck über die Gubiner Straße nach Polen führen. Dort werden dann auf der Theaterinsel Wettbewerbe stattfinden.

Parallel dazu wird es auch auf Gubener Seite rund gehen. Ab 16 Uhr, nach der Rückkehr der Teilnehmer der Stadtwette, soll es auf der Berliner Straße ein Rennen mit Hochrädern geben. „Das ist ein einmaliger Wettkampf, zu dem wir auch den aktuellen Weltmeister im Hochradfahren, Helmut Arnold aus Sachsen, begrüßen“, so Schmiechen.

Bereits ab 14 Uhr soll es auf der Berliner Straße weitere Aktionen geben. Unter anderem werden den Besuchern historische und selbst gebaute Fahrräder präsentiert. Auch der als „Tourteufel“ bekannt gewordene Dieter „Didi“ Senft soll mit einigen seiner Modelle an die Neiße kommen. Eine Probefahrt mit einem Holzlaufrad soll ebenfalls möglich sein. Die Besucher können an Trödelständen stöbern, und Fahrradhändler stellen ihre Angebote ebenso vor. Freuen dürfen sich die Festbesucher auch auf ehemalige Gubener Radsportler, die bei einem Forum Rede und Antwort stehen werden.

Eine weitere Aktion im Zuge der Stadtwette wird noch die Wahl der Radlerlady und des Radlerboys sein. Dazu sollten die Bewerber mit einem alten, geschmückten Fahrrad und in historischer Kleidung sowie mit elegantem Hut am Korso teilnehmen.

Und natürlich wird an diesem Nachmittag auch Chronik-Schreiber Horst Uibel nicht fehlen. Er wird einige seiner Rechercheergebnisse mitbringen. Zudem soll ein limitierter Aufkleber „150 Jahre Gubener Radfahren“ angeboten werden – und zwar zum symbolischen Preis von 150 Cent.

Die Fertigstellung der Chronik ist übrigens für kommendes Jahr angekündigt. Wie und wann genau sie dem Publikum vorgestellt wird, wird erst noch entschieden.