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| 17:51 Uhr

Stadtumbau
Ein Zimmer im Grünen 

Die GuWo kürte an Donnerstag den Sieger des Realisierungswettbewerbes. Rolf Klärle vom Architekturbüro Klärle in Bad Mergentheim (2.v.l.) konnte mit seiner Vision überzeugen.  Insgesamt beteiligten sich 13 Architekturbüros aus ganz Deutschland.
Die GuWo kürte an Donnerstag den Sieger des Realisierungswettbewerbes. Rolf Klärle vom Architekturbüro Klärle in Bad Mergentheim (2.v.l.) konnte mit seiner Vision überzeugen. Insgesamt beteiligten sich 13 Architekturbüros aus ganz Deutschland. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Der Sieger des Realisierungswettbewerbs der GuWo überzeugt mit Loggia und Balkonturm. Von Michéle-Cathrin Zeidler

Die Gubener Wohnungsgesellschaft (GuWo) hat am Donnerstag den Sieger im Realisierungswettbewerb um die unsanierten Gebäude in der Karl-Marx-Straße 32-40, 35-37 und 29-33 ausgezeichnet. Rolf Klärle vom Architekturbüro Klärle konnte mit seiner Gestaltungsidee die Jury überzeugen.

Im Zuge der Sanierung sollen Loggien an den Wohnungen zur Straßenseite entstehen.
Im Zuge der Sanierung sollen Loggien an den Wohnungen zur Straßenseite entstehen. FOTO: Architekturbüro Klärle

Die GuWo lobte den Realisierungswettbewerb im vergangenen Jahr aus. Ziel des Wettbewerbs war ein Entwurf, der die Sanierung der drei Gebäude entsprechend zeitgemäßer Nutzungsanforderungen und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von Senioren, Familien mit Kindern und Menschen mit Behinderung plant. Gleichzeitig sollten beim Umbau die Förderbedingungen der Wohnungsbauförderung des Landes Brandenburg und der Denkmalschutzes berücksichtigt werden. „Es gab schon vorher Ideen zur Sanierung, aber die waren an dem Versuch gescheitert, all diese Faktoren unter einen Hut zu bringen“, erklärt Martin Reiher, Geschäftsführer der GuWo. Den Realisierungswettbewerb ließ sich die GuWo 120 000 Euro kosten, zwei Drittel wurden gefördert. 13 Architekturbüros aus ganz Deutschland beteiligten sich.  „Wir haben hier Großes vor“, so GuWo-Geschäftsführer  Peter Wiepke. „Daher brauchten wir auch eine Idee, die richtig knallt. Schließlich sollen die Wohnungen am Ende nicht wieder leer stehen.“

An der Gartenseite sind Balkontürme geplant.
An der Gartenseite sind Balkontürme geplant. FOTO: Architekturbüro KLÄRLE/ BOKEHdes / Architekturbüro KLÄRLE/ BOKEHd

Die Gewinner-Idee von Rolf Klärle zeichnet sich durch Loggien und Balkontürme aus. „Der Entwurf zeigt über die Balkontürme an der Gartenseite selbstbewusst, dass es sich um einen neuen Anbau handelt“, erklärt Martin Reiher. „Das gibt dem ganzen Gebäude eine neue Qualität.“ Gleichzeitig bleibt die ursprüngliche Fassadenstruktur erhalten, da die Balkone deutlich abgerückt und über einen Steg erreichbar sind. Die Gestaltung der Baukörper zur Straßenseite ist hingegen zurückhaltend. Hier möchte der Architekt als „Ersatz-Balkone“ mit Loggien arbeiten. „Das ist städtebaulich sehr markant“, findet der GuWo-Chef. Innen sieht der Entwurf eine Neuorganisation der Räume zu einem zeitgemäßen Grundriss vor. Es sollen größere Räume entstehen, rund ein Drittel der Wohnungen wird barrierefrei, erhält einen Fahrstuhl.  „Der Entwurf verbindet eine hohe Gestaltungsqualität mit guten Nutzungseigenschaften des Gebäudes“, findet Architekt Klärle. „Die Erfahrung zeigt, dass solche Gebäude besser angenommen werden und sich die Menschen mit ihnen identifizieren.“ Die GuWo plant für die Umsetzung rund zehn Millionen Euro. „Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit“, so Reiher.

In diesem Jahr will sich die GuWo mit der Finanzierung und der Planung befassen: „Sollte alles optimal laufen, können wir 2019 das große Gebäude sanieren und im Folgejahr die beiden kleinen Gebäude.“