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| 01:04 Uhr

Ein Trainerduo hat jetzt das Sagen

Guben.. Das zweite Jahr in einer neuen Spielklasse – so sagen jedenfalls die Experten – wird immer schwieriger als das erste. Beim BSV Guben Nord sieht man das nicht anders. Thomas Engelhardt

Und deshalb gibt Team-Manager Roland Kunzke auch ein klares Ziel aus: „An erster Stelle steht für uns wieder der Nichtabstieg.“
Die Realisierung dieser Vorgabe gehen die Neißestädter mit reichlich neuem Personal an - sowohl auf dem Platz als auch an der Seitenlinie. Den Posten des Trainers teilt sich in diesem Jahr ein Duo. Nachdem Jörg Weber kürzlich dem Verein mitteilte, dass er eine Pause nehmen möchte, um unter anderem seine berufliche Zukunft zu klären, sind nun Thomas Schwöbel und Silvio Schade für das sportliche Abschneiden verantwortlich. Beide kennen sich schon jahrelang, spielten gemeinsam bereits in jener Gubener Chemie-Mannschaft, die Ende der 80er Jahre in der DDR-Liga für Furore sorgte - übrigens zusammen mit Jörg Weber.
Schwöbel und Schade sind, das betont Team-Manager Kunzke, als Trainer gleichberechtigte Partner.
Dabei wird Silvio Schade auch weiterhin eine wichtige Rolle auf dem Platz spielen. An und für sich als Stürmer agierend, könnte der Routinier nun auch auf den Liberoposten rücken. Das hat zwei Gründe. Zum einen wollen die Nordgubener sich in der Defensive verstärken, da mit Weber nicht nur der Trainer, sondern auch der Abwehrorganisator fehlt. Für Schade spricht in dem Fall seine jahrelange Erfahrung.
Zweiter Grund: Gerade im Sturm sind die Gubener sehr gut besetzt. Neben René Neumann, der in der Torschützenliste der vorigen Saison mit 19 Treffern einen beachtlichen vierten Platz belegte, könnten nämlich auch die Neuzugänge Andreas Mai (zuvor Chemie Guben) und Björn Rechtenbach (Kolkwitz) auf Torejagd gehen. Allein Mai traf in der Landesliga Süd im Vorjahr 14 Mal.
Zwei weitere Neuzugänge sollen ebenfalls helfen, die Ziele der Nordgubener umzusetzen. Ebenso aus Kolkwitz kam Mittelfeldspieler Marcel Dietz, dem einiges zugetraut wird. Und im Tor ist künftig Ronny Zeiß die Nummer 1, der vorher bei der SG Burg im Gehäuse stand. Viel interessanter aber dürfte sein, dass Zeiß zuvor schon beim FSV Hoyerswerda in der Oberliga Süd spielte und gegen solche Mannschaften wie Dynamo Dresden oder den VFC Plauen antrat. Ein erfahrener Mann, der zudem bessere körperliche Voraussetzungen mitbringt als sein Vorgänger Victor Herz, der nicht einmal 1,80 Meter groß war.
Neben Herz, den es aus beruflichen Gründen in den Stuttgarter Raum zieht, und Weber stehen dem BSV drei weitere Spieler nicht zur Verfügung. Ersatztorwart Christian Wieder wechselt arbeitsbedingt in die 2. Kreisklasse, da er nicht regelmäßig am Training teilnehmen kann. Auch Ralf Mosig geht zu einem Kreisklassen-Team. Pierre Löbl hingegen, bekannt für seine raffinierten Freistöße, will wie Jörg Weber eine Pause einlegen.
„Wir haben also einige gute junge Leute dazugeholt, aber drei Routiniers, denn auch Thomas Schwöbel kann aufgrund von Verletzungen derzeit nicht spielen, verloren. Allein deshalb werden wir die Erwartungen an die neue Saison nicht höher schrauben“ , so Roland Kunzke.
Größere Sprünge sind auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht denkbar. Zwar sind die Gubener finanziell klar im sicheren Hafen, aber mit den „reichen“ Kontrahenten aus dem Speckgürtel um Berlin können sie sich nicht messen.