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| 19:49 Uhr

Das Treffen der alten Fahrzeuge in Grießen hat Tradition
Ein ständiges Kommen und Gehen

 Oswald Ch. Hentschel  kam mit seinem Horch 500 B nach Grießen. Den kann man als Hochzeitsauto mieten.
Oswald Ch. Hentschel  kam mit seinem Horch 500 B nach Grießen. Den kann man als Hochzeitsauto mieten. FOTO: Ute Richter
Grießen. Hunderte Besucher sind beim Oldtimertreffen in Grießen – das Angebot dort wechselt ständig.

Es ist mittlerweile eine schöne Tradition, dass sich Oldtimerfreunde aus ganz Deutschland auf dem Gelände rund um das Wasserkraftwerk in Grießen am 1. Mai treffen. Hunderte Besucher lassen sich in jedem Jahr dieses Spektakel nicht entgehen. Bereits zum 26. Mal präsentierten die Besitzer stolz ihre Fahrzeuge und die Besucher nutzten die Gelegenheit, viel über die ganz unterschiedlichen Gefährte zu erfahren.

Wie viele Aussteller es sind, kann niemand genau sagen, denn stetig fahren die unterschiedlichen Auto- und Motorradtypen auf und ab vom Gelände. Traditionell muss sich in Grießen niemand anmelden und genau das scheint das Erfolgsrezept für dieses Treffen zu sein. Nicht umsonst kommen viele Oldtimerbesitzer schon viele Jahre nach Grießen. Der Ort zieht Jahr für Jahr  Oldtimerfreunde aus Bautzen, Zittau, Dresden, Berlin und sonst wo her an. Ja sogar ein Rügener Kennzeichen war zu sehen.

Ein echter Hinkucker war zweifelsohne der Horch 500 B, Baujahr 1935, von Oswald Ch. Hentschel aus Bad Muskau. Der 25-Jährige kommt seit zehn Jahren nach Grießen. Sein auf Hochglanz polierter Horch dient dem jungen Mann als Fahrzeug für Hochzeiten. Schon einige Brautleute hat er damit in den Hafen der Ehe gefahren, zumindest an ihrem ersten Tag. Ein zweites Betätigungsfeld hat sich der im Einzelhandel Beschäftigte damit aufgebaut. Die Automarke Horch hat eine lange Tradition in seiner Familie. „Dieses Auto hat mein Vater in den 80er Jahren aufgebaut und ich bin da so reingewachsen“, sagt Oswald Hentschel. „Es war der erste Horch mit Anschnallgurt“, erzählt er augenzwinkernd. Den hatte sein Vater extra für seinen Sohn damals eingebaut. Eigentlich sollte auch ein zweiter Horch von Hentschels mit nach Grießen, doch da kam etwas dazwischen – ein Horch 853 Sportcabrio.

An der Biertankstelle von Jens-Uwe Kellberg aus Groß Breesen stand auch dieses Jahr Vincent Klinger und zapfte ein ums andere Bier. Das Originalfahrzeug ist ein Barkas Framo Pritsche und wurde mit einer Zapfsäule der Minoltankstelle, „an dem DDR-Sprit im Verhältnis 1:70 angemischt wird“ bestückt. „Es ist ein Gag und die Leute mögen es“, sagte er schmunzelnd. Zu trinken gab es jedenfalls genug.

Auch in diesem Jahr waren wieder viele ehemalige DDR-Fahrzeuge zu sehen. Trabant, Wartburg, DDR-Motorräder und Simsons. Aber auch Motorräder mit und ohne Seitenwagen aus den unterschiedlichsten Jahren, Armeefahrzeuge aus längst vergangenen Zeiten, Lkw und eigens gebaute Gefährte konnten von den Besuchern bestaunt werden.

Wer die Ausstellung mal von oben anschauen wollte, der konnte das vom Kraftwerksturm oder vom Hubschrauber aus tun. Diese Gelegenheit nutzten viele Besucher. Einen herrlichen Blick auf die Flusslandschaft der Neiße und das gesamte Gelände gab es von dort zu sehen. Für die musikalische Umrahmung sorgte traditionell die Kleine Gubener Blasmusik.