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Ein Schelm von einst in der Gubener Fabrik

Andreas Neumann verkörperte nahezu perfekt Heinz Erhardt.
Andreas Neumann verkörperte nahezu perfekt Heinz Erhardt. FOTO: utr1
Guben. Ein Zusammentreffen mit Heinz Erhardt gab es in der Gubener Fabrik. Der Parodist Andreas Neumann ließ mit "Ach, was bin ich doch für ein Schelm" am Freitagabend keinen Zweifel daran, wen er vorrangig zu parodieren beabsichtigte.

Das sei das Gute am Parodisten, erläuterte er dem zahlreichen Publikum. Da brauche man nicht auf Kollegen warten, die eventuell im Stau stehen. "Ich habe sie ja alle mit dabei", sagte er. Und so reichte eine Person auf der Bühne, um mit den Stimmbändern einen fröhlichen Abend zu gestalten. Quasi als "Conferencier" führt Andreas Neumann in Heinz Erhardt-Manier durch den Abend.

Beim Sinnieren über den "Zerbrochenen Krug" des Heinrich von Kleist trifft er bekannte Showgrößen, von denen viele nicht mehr leben und trotzdem mit ihrer unverwechselbaren Stimme immer noch in den Köpfen der Menschen sind. Überzeugend parodiert Neumann Inge Meisel, Theo Lingen, Dieter Hallervorden, Marcel Reich-Ranicki, Ekel Alfred oder auch Jürgen von Manger in der Paraderolle des Adolf Tegtmeier. Und plötzlich stehen sich Erhardt und Rühmann auf der Bühne gegenüber - natürlich nur verbal. "Heinz und Heinz", lässt Neumann den Erhardt scherzen.

Auch wenn Andreas Neumann von der körperlichen Ausstattung wahrlich kein Double von Heinz Erhardt ist, so kommt er doch dem Original sehr nahe. Seine Mimik und Gestik, vor allem das herzhafte Lachen lassen das Publikum schnell vergessen, dass das Vorbild schon lange nicht mehr unter uns weilt. Dabei gelingt es dem Parodisten, auch eigene Texte so erscheinen zu lassen, als stammten sie aus Feder und Mund des Vorbildes. Am Ende nahm sich Neumann noch viel Zeit für seine Fans und Autogramme.