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Ein Pendel schlägt für Guben aus

Der Komptendorfer Künstler Eberhard Krüger übergab sein Kunstwerk "Balance2" in der Wassergasse an die Stadt Guben.
Der Komptendorfer Künstler Eberhard Krüger übergab sein Kunstwerk "Balance2" in der Wassergasse an die Stadt Guben. FOTO: utr1
Guben. "Auf zwei Rädern in die Gubener Altstadt" hieß es beim langen Gubener Altstadtsamstag. Kombiniert wurde dies mit Kunst. Ute Richter / utr

Die Edelstahlplastik "Balance 2" des Komptendorfers Eberhard Krüger wurde an der Ecke Wassergasse / Gubiner Straße offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. "Balance 2" bildet eine Fortsetzung des ehemaligen, grenzübergreifenden Kunstwerks "Brückenbalance", die 2007 bei Abbrucharbeiten für den Bau der Fußgängerbrücke zur Theaterinsel beschädigt worden war. Eberhard Krüger hat mit der Gubener Metallbaufirma Fischer seit etwa vier Jahren an der Neufertigung von "Balance 2" in Form einer dynamischen Edelstahlplastik gearbeitet. Das Kunstwerk soll "Ein Pendel für Guben" symbolisieren, so der Künstler, der eine Säule des alten Kunstwerkes als Ruhepol der Balance 2 einsetzte. Doch vor allem gehe es um Bewegung. Die neuen Pendel sollen sich in Windrichtung drehen und im Wind hin und her pendeln. Weil am Samstag kaum ein Lüftchen ging, hatte der Künstler zur Präsentation extra ein Band angebracht, um den Effekt vorzuführen. "Wir müssen das jetzt hier an diesem Standort, direkt an der Wassergasse, noch beobachten", sagte er. Notfalls müsse nachjustiert werden.

Der amtierende Bürgermeister Fred Mahro räumte in Anwesenheit von Mitgliedern des Kunst- und Kulturbeirates der Stadt Guben ein: "Wir haben in Guben in den letzten Jahren was die Kunst betrifft viel falsch gemacht. Mit diesem Kunstwerk wollen wir das etwas gerade rücken und der Kunst wieder mehr Raum in der Neißestadt einräumen. Ich wünsche mir, dass diese "Balance 2" lange erhalten bleibt." Er freue sich, dass die neu errichtete Plastik nun an anderer Stelle "wieder den öffentlichen Raum unserer Neißestadt künstlerisch bereichert". Das Kunstwerk könne weniger als Ersatz, sondern als Alternative zur ‚Brückenbalance‘ verstanden werden, so Mahro.

Zeitgleich zur Präsentation des Kunstwerks öffneten die Gubener Altstadthändler ihre Geschäfteund hatten sich jeweils etwas Besonderes ausgedacht neben besonderen Angeboten.

Dazu der knallrote Guben-Beutel aus Stoff mit der Aufschrift "Guben - Ich kaufe hier, die Stadt sind wir". Dieser wurde seinerzeit vom Marketing- und Tourismusverein (MUT) initiiert und am Samstag bei den Einkäufen als Bonbon von den Altstadthändlern an die Kunden mitgegeben. Außerdem konnten sich die Besucher wieder auf kleine Gewinne - gesponsert von den Altstadthändlern - freuen. Bei jedem Einkauf erhielten Kunden einen Coupon, der bei der Touristinformation abgeben werden konnte und die Teilnahme an einer Tombola sicherte, deren Gewinner von Apfelkönigin Antonia Lieske gezogen worden.

Für die richtige Stimmung auf den Straßen sorgten die Dorchetaler Musikanten. Vor allem dort, wo sich viele der Besucher an diesem lauen Frühlingsabend niederließen, kam es hin und wieder zu einem spontanen Tänzchen. So wie vor dem Geschäft von Uhren und Schmuck Worbs. Thomas Worbs griff sich Apfelkönigin Antonia Lieske und legte eine flotte Sohle aufs Gubener Straßenpflaster. Gleich gegenüber vor Herrmanns Stilhotel hatte sich Bernd Retzlaff als Clown Retzi aufgebaut. Er zeigte an diesem Abend, dass er nicht nur Kinder mit seinen Programmen belustigen kann, sondern auch ein guter Sänger ist, und präsentierte Lieder quer Beet durch die Musiklandschaft.

Kerstin Geilich war sehr zufrieden mit diesem Altstadtsamstag. "Man merkt, dass der auf sich warten lassende Frühling die Leute hinauslockt", so die Geschäftsführerin des Marketing- und Tourismusvereins. "Schön, dass so viele heute hier in die Altstadt gekommen sind."

Auch Katja und Bernd Jentsch aus Guben empfanden das so: "Die Stimmung ist prima. Man kann endlich mal wieder raus und was erleben. Es ist gut, dass sich die wenigen Händler, die es hier in der Altstadt noch gibt, nicht unterkriegen und sich immer wieder zum Altstadtsamstag etwas einfallen lassen." Und so ließen sich die Besucher auch durch den einsetzenden Regen gegen 20 Uhr nicht abbringen, noch etwas in der Stadt zu verweilen.