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Ein Ort für alle Konfessionen

Mit einem Gottesdienst und einem Kreis der Versöhnung "Menschen aller Konfessionen" ist das Kreuz der Begegnung im September 2003 auf der Landzunge zwischen Oder und Neiße bei Ratzdorf eingeweiht worden.
Mit einem Gottesdienst und einem Kreis der Versöhnung "Menschen aller Konfessionen" ist das Kreuz der Begegnung im September 2003 auf der Landzunge zwischen Oder und Neiße bei Ratzdorf eingeweiht worden. FOTO: Jana Pozar/zar1
Ratzdorf. Auf der Landzunge zwischen Oder und Neiße bei Ratzdorf ist vor zehn Jahren das Kreuz der Begegnung mit einem feierlichen Gottesdienst eingeweiht worden. Die Idee dazu hatte Karin Wolff aus Neuzelle. Heute werden unter dem Kreuz unter anderem auch Gottesdienste gehalten. Jana Pozar / zar1

Nach der Wende in Deutschland machte sich Karin Wolff daran, ihre Vorfahren zu suchen und ihre Herkunft zu erforschen. Zufällig bekam sie im Oktober 2000 von Bekannten einen Hinweis, dass der Sohn ihrer Patin Maria Jungclaussen aus Frankfurt (Oder) Abt im Benediktiner-Kloster Niederalteich an der Donau ist. Sie machte sich auf den Weg zum Abt Emmanuel Jungclaussen. "Dort sah ich von der Fähre über die Donau aus das Kloster. Das erinnerte mich an meine Kindheit in Neuzelle. Damals fuhren wir mit der Fähre nach Kosarzyn (Kuschern), wurden am Boracksee ausgekippt und sind baden gegangen", erzählt Karin Wolff. Doch an der Donau stand auch ein sechs Meter hohes Kreuz, als Ort der Begegnung, an dem einmal im Monat ein Gottesdienst stattfindet. "Da dachte ich mir, so etwas muss auch an die Oder." Schnell war die Idee zum Kreuz der Begegnung auf der Landzunge zwischen Oder und Neiße bei Ratzdorf geboren.

Bei ihrem Vorhaben hat sie Unterstützung vom damaligen Pfarrer in Neuzelle, Martin Zobel, aber auch von Christine Knapik vom Verband der Polen "Nadordrze" und vom Gubener Pfarrer Uwe Aschenbrenner bekommen. Auch Andreas Althausen, einst Pfarrer in Wellmitz und Ratzdorf, war von der Idee begeistert. "Sie alle haben mir bei der Verwirklichung sehr geholfen", bestätigt Karin Wolff. Der Domprobst Zbigniew Samociak aus dem polnischen Gorzow ist bis heute einer der treuesten unter dem Kreuz.

Bis sie von den Gemeinderäten und dem Naturschutzbund die Genehmigung zum Aufstellen des Kreuzes bekam, dauerte es dann noch eine Weile. Finanziert wurde es ausschließlich aus Spendengeldern. Das Holz für das acht Meter hohe Kreuz stammt aus dem Fasanenwald in Neuzelle.

Am 13. September 2003 konnte das Symbol feierlich aufgestellt werden. "Damit hat sich für mich ein Traum erfüllt. Ich wollte einen Ort, an dem Menschen aller Konfessionen zusammen feiern, sich treffen können. Das friedliche Miteinander aller Menschen jeden Alters ist wichtig, die Gemeinschaft zu finden, sich wieder anzunähern", so Karin Wolff.

Sie wünscht sich für die Zukunft, dass das Kreuz niemals auf verlorenem Posten steht, immer Leben darunter ist. "Es ist so gekommen, wie ich es mir gewünscht habe. Gemeinsame Gottesdienste, Lagerfeuer und Feiern bestätigen, dass die Idee eine gute war", sagt Karin Wolff.