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| 16:17 Uhr

Lesung
„Ein Licht in dunkler Zeit“

Michael Max stellte sein neuen Buch vor.
Michael Max stellte sein neuen Buch vor. FOTO: Silke Halpick
Guben. Michael Max stellt das Buch seines Vaters Dieter Max in Guben vor. Besonders ehemalige Zeitzeugen schätzen das Werk.

Stadtwächterstündchen in Guben: Michael Max liest aus dem Buch „Ein Licht in dunkler Zeit“. „Es ist ein Abenteuerbuch, in dem Regional-, Kirchen- und sogar eine zarte Liebensgeschichte erzählt werden“, sagt er. Geschrieben hat es sein Vater Dieter Max, der in den 50er-Jahren Pfarrer der Jungen Gemeinde in Cottbus und für viele eine Leitfigur war.

Selbst „überrascht“ war Michael Max, als nach der Wende plötzlich ein älterer Herr bei ihm zu Hause auftauchte und ihm sieben Hefte handschriftliche Aufzeichnungen übergab, die von seinem Vater stammten. Darin erzählt er von den Kämpfen an der Front im Zweiten Weltkrieg, den er als treuer Hitler-Anhänger erlebte, wie er zum christlichen Glauben fand und schließlich Pfarrer wurde. Aus Angst, dass die Aufzeichnungen in die Hände der Stasi fallen, gab er sie einem Freund im Westen.

„Mein Vater ist 1989 gestorben und hat die Wende selbst nicht mehr erlebt“, erzählt Max. Ihm selbst haben die Aufzeichnungen einen ganz neuen Blick auf das Leben seinen Vaters vermittelt. Trotzdem dauerte es noch Jahrzehnte, bis das Buch im November 2015 im Niederlausitzer Verlag Guben erschien. Verleger Andreas Peter betont, dass er „sehr angetan“ war vom Text, weil er so etwas „vorher noch nicht gelesen“ habe.

„Vater war der Handwerker unter den Pfarrern“, erzählt Max. Er baute in den 50er-Jahren die Junge Gemeinde in Cottbus auf, zu einer Zeit, als man für die Mitgliedschaft noch von der Schule „fliegen“ konnte. Dieter Max war Gemeindepfarrer in Döbbrick, Gefängnisseelsorger in Cottbus und später in Schwarze Pumpe und Rüdersdorf aktiv. Er betreute Angehörige politisch Verfolgter und stand unter ständiger Beobachtung der Stasi. In seinem Buch schildert er auch die Ereignisse rund um den 17. Juni 1953 in Cottbus.

Das Buch seines Vaters stellt Michael Max meist in Altersheimen vor. Hier stößt es auf großes Interesse, vor allem bei ehemaligen Zeitzeugen, wie er erzählt. Seine Bemühungen, das knapp 200 Seiten starke Werk auch Schülern zu präsentieren, scheiterten bisher. Das bedauert Max, wie er sagt, weil das Buch ein Stück regionaler Zeitgeschichte ist und sein Vater selbst noch ein junger Mann war, als er es schrieb.

Das Buch „Ein Licht in dunkler Zeit“ von Dieter Max ist beim Niederlausitzer Verlag Guben, in der Frankfurter Straße 12, zum Preis von 19,95 Euro erhältlich.

(sha)