ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:15 Uhr

Neuzelle
Ein Haus mit wechselhafter Geschichte

Die „Residenz“ in den 1920er-Jahren.
Die „Residenz“ in den 1920er-Jahren. FOTO: MOZ / Gerrit Freitag
Neuzelle. Neuzelle ist mehr als das Kloster: Aus einer Schmiede wurden Gasthäuser und jetzt eine Radlerherberge.

Im Zentrum von Neuzelle hat sich im 21. Jahrhundert einiges getan. Gebäude wurden abgerissen, manche neu errichtet – nach historischem Vorbild. So wie das Hotel „Residenz“.

Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts stand an dieser Stelle eine private Schmiede, die von Wilhelm Heisig, dem Pächter der Klosterschmiede am Priorsberg, betrieben wurde. 1875 kaufte Bäckermeister Ernst Hensel die Fläche.

Doch er wollte keine Schmiede, sondern ein Gasthaus. Das ließ er ein Jahr später errichten. Dessen Name „Deutscher Kaiser“ tauchte 1880 erstmals auf. Genau in diesem Jahr brannte die Wirtschaft allerdings ab. Hensel kam wegen fahrlässiger Brandstiftung ins Gefängnis. Daraufhin wechselte der Besitzer innerhalb von sieben Jahren dreimal. Der dritte war Fleischer und ließ im doppelgeschossigen „Gasthof zum deutschen Kaiser“ mit Satteldach auch eine Fleischerei errichten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der „Kaiser“ in der DDR zum Kreiskulturhaus – neu und schlicht verputzt. Im Erdgeschoss gab es eine Gaststätte, im Obergeschoss einen Saal für Kino und Tanz. In den 1980er-Jahren entstand der Name „Grüne Gurke“ für das Haus, wahrscheinlich weil über der Theke eine Gurke hing. Und nach der Wende? Leerstand. 2009 fand sich ein neuer Eigentümer. Die Gurke wurde abgerissen, die neue Residenz mit angeschlossener Radlerherberge erbaut und 2011 eröffnet.

Das Buch „Neuzelle - Einst & Jetzt“ erhalten Sie hier über  telefonische Bestellung (0355 481555) oder im Internet (www.lausitzer-einkaufswelt.de) über die Nennung der Artikel-Nummer (SW10153). Preis: 16,99 Euro,
zzgl. Versandkosten

Heute lädt eine Radlerherberge im Neubau zur Rast ein.
Heute lädt eine Radlerherberge im Neubau zur Rast ein. FOTO: MOZ / Gerrit Freitag