Von Ute Richter

Es ist schon eine Tradition, dass zum Ende eines Schuljahres an und auf dem Bresinchener Kiessee ein Internationales Kanucamp stattfindet, an dem Mädchen und Jungen der Friedensschule, der Corona-Schröter-Grundschule, der Europaschule sowie der Grundschule 3 aus Gubin teilnehmen. In diesem Jahr waren nun erstmals auch Kinder der Grünen Grundschule Grano mit dabei. Insgesamt übten sich rund 60 Schüler im richtigen Umgang mit den Kanus, aber auch in einer noch relativ neuen Variante der Fortbewegung auf dem Wasser, dem Stand-up-Paddling oder auch Stehpaddeln. Gefördert wird das deutsch-polnische Begegnungsprojekt durch die Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Angefangen hat alles im Jahr 2010 mit einem Kanucamp der Friedensschule am Großsee. Einer- und Zweierkanus standen für die Übungseinheiten damals zur Verfügung. Unterstützt wurde das Kanucamp von Anfang an durch die Wasserwacht Guben, die sich um die Absicherung der Camp-Teilnehmer kümmert. Viele Jahre mit von der Partie war auch der in diesem Jahr verstorbene Joachim Klos. Als erfahrener Schwimmmeister und Kenner des Bootstourismus auf der Neiße gab er viele seiner Erfahrungen an die Kinder weiter. Im Vergleich zu den Anfängen hat sich inzwischen einiges getan. So hat sich die Friedensschule mittlerweile eigene Kanus angeschafft.

Stets erstreckt sich das Kanucamp über drei Tage und beinhaltet dementsprechend auch zwei Übernachtungen im Zelt. „Zur Ruhe kommen die Kinder kaum, ist so ein Camp doch etwas ganz Besonderes für sie“, so Frank Müller, Leiter der Friedensschule und einst Mitinitiator. Die Zelte haben die Mädchen und Jungen übrigens selbst aufgebaut, auch wenn die Lehrer und Betreuer ab und zu helfen mussten. Die Versorgungszelte stellte das DRK Guben zur Verfügung. Das Frühstück bereiten sich die Campteilnehmer selbst zu, Mittagessen bekommen sie aus Guben geliefert, und am Abend wird dann stets gegrillt. Den Tag ausklingen lassen alle gemeinsam am Lagerfeuer, wenn mit deutschen und polnischen Liedern auch musikalisch für beste Stimmung gesorgt ist.

Neu in diesem Jahr und der absolute Renner bei den Mädchen und Jungen war das Stand-up-Paddling. Andre Michaelik, Sportlehrer an der Europaschule, zeigte den Schülern, wie man die richtige Balance hält, um nicht vom Brett zu fallen und gut vorwärts zu kommen.

Bei den heißen Temperaturen der vergangenen Tage wurde aber nicht nur das Paddeln geübt, sondern natürlich auch immer wieder gebadet. „Das Wasser hat bestimmt 22 Grad, wenn nicht mehr“, so Henry Pradel und Toni Veit. Die beiden Lehrer der Friedens- und der Corona-Schröter-Grundschule hatten vom Boot aus die Sicherheit der Kinder jederzeit im Blick. „Viel spielt sich dieses Mal eben wegen der Hitze direkt im kühlen Nass ab“, so Frank Richter von der Wasserwacht, der das Badegeschehen vom Seeufer aus absicherte.

Die Angebote des Camps kamen bei den Schülern gut an. „Stand-up-Paddling macht Riesenspaߓ, waren sich Willi und Philemon einig. Ganz begeistert waren auch Nina und Mara. Sie hatten sich bereits am ersten Tag mit den polnischen Mädchen angefreundet. Mit der Verständigung zwischen deutschen und polnischen Kindern klappte es übrigens ganz problemlos:  Beide Seiten verstanden sich mit Händen und Füßen bestens.

Einige der Campteilnehmer kannten sich noch von der Auflage im vergangenen Jahr. Nicht nur deshalb war das Klima im Camp auch dieses Mal sehr familiär. Dazu trugen auch zahlreiche Aktivitäten in der Gruppe, wie Ballspiele oder von den Schulsozialarbeitern der teilnehmenden Schulen vorbereitete Quizstationen bei. Aber auch Spiele im und am Wasser standen auf dem Programm und bei den jungen Teilnehmern in der Gunst ganz weit oben. Teamspiele trugen ebenfalls zur besseren Verständigung bei.

Neu war in diesem Jahr eine Rot-Kreuz-Ausbildung. Mitte September werden die Mädchen und Jungen am Jugendrotkreuz-Wettkampf der Grundschulen teilnehmen. Dafür wurde im Kanucamp bereits dieser Tage fleißig trainiert. Die Erste Hilfe, das Anlegen von Verbänden, das Absetzen eines Notrufes und vieles andere standen auf dem Ausbildungsprogramm. „Anfang September treffen wir uns dann alle an gleicher Stelle mit den gleichen Kindern noch einmal wieder, um das jetzt Erlernte zu festigen und aufzufrischen, bevor wir dann gemeinsam zum Wettkampf fahren“, so Schulleiter Müller.