„Wir haben unsere Arbeit immer gerne gemacht.“ Hans-Helmut Linz wischt sich über die feuchten Augen. Ein wenig wehmütig fühlt er sich schon. Es sei eine gute Zeit gewesen, da ist er sich mit seiner Ehefrau einig.
Mit der Eröffnung ihrer Wäscherei 1991 hatte sich das Ehepaar dazu entschieden, einen Schritt nach vorn zu wagen. „Wir verloren unsere Arbeit als Diplom-Ingenieure im Chemiefaserwerk Guben. Also beschlossen wir, uns selbständig zu machen“ , erinnert sich Hans-Helmut Linz.
Die Idee zur Wäscherei stammt nicht von ungefähr: Bereits seine Mutter führte bis in die 60er Jahre eine Wäscherei. Im damaligen Geschäft an der Deulowitzer Straße hatte der Sohn kräftig mit angepackt. „Dennoch war für uns alles neu“ , sagt er. „Wir mussten uns erst einmal auf einer Messe informieren, welche Geräte wir überhaupt benötigten“ , erinnert sich seine Frau schmunzelnd. Mit zwei Waschmaschinen, einem Trockner und einer Mangel konnte es dann am 19. April 1991 losgehen.
Zu den ersten Kunden gehörten vor allem die Bewohner des umliegenden Wohngebietes. „Die meisten von ihnen haben uns durch die Jahre die Treue gehalten“ , sagt Hans-Helmut Linz ein wenig sentimental: „Wir sind zusammen älter geworden.“
Auch die anderen Gubener und die Kunden aus den umliegenden Dörfern wussten den Service der Firma Linz über die Jahre zu schätzen. Denn auf Wunsch wird Tisch-, Bett- oder Frotteewäsche direkt von der Haustür abgeholt und später wieder zurückgebracht. „Wir möchten uns auch sehr für die gute Zusammenarbeit mit der Tip-Top Reinigung von Dorena Türpitz bedanken.“
Was sie in Zukunft am stärksten vermissen werden: „Den Kundenkontakt“ , da sind sich beide einig. „Ein kurzes Gespräch, mal ein Witz, das hat unsere Arbeit sehr bereichert.“
Gemeinsam hätten sie ihren Betrieb auch noch weitergeführt, bis Hans-Helmut Linz in einem Jahr 65 Jahre alt wäre. „Dass Beate Lorenz die Wäscherei nun übernimmt, ist für uns ein Glücksfall.“ Ursprünglich hatte sich die Forsterin um eine Anstellung in der Wäscherei beworben: „Aus ihren Bewerbungsunterlagen aber haben wir gelesen, dass sie die Geeignete ist, unseren Betrieb weiter zu führen. Und so haben wir ihr ein Kaufangebot gemacht“ , erklärt Hans-Helmut Linz.
Beate Lorenz ist mittlerweile gut eingearbeitet und freut sich darauf, die Wäscherei Linz weiter zu führen. Die 36-Jährige absolvierte ihre Ausbildung zur Textilreinigungs-Facharbeiterin in Ribnitz-Dammgarten und schloss anschließend an der damaligen Ingenieurschule Forst ihr Studium in Textiltechnik ab: „Die Arbeit hier wird nahtlos weiter gehen.“
Die beiden Gubener freuen sich auf ihren neuen Lebensabschnitt. Wie sind die Pläne? Hans-Helmut Linz' Augen werden groß: „Reisen. Zuerst an die Ostsee, dann schauen wir, was die Kataloge noch so bieten.“
Roswitha Linz pflichtet ihrem Mann bei: „Da wir selbständig waren, kam das bei uns immer zu kurz.“ Auch auf die kommende Gartensaison freuen sich die beiden: „Nicht nur immer Gurken pflanzen“ , Roswitha Linz lacht und freut sich, mehr Zeit zu haben für sich, die Familie und Freunde. Doch turbulent wird es in Zukunft auch zugehen. Die beiden werden demnächst zweifache Großeltern.