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| 02:39 Uhr

Ehrenmedaille für Gubener Retter

FOTO: Jana Pozar/zar1
Guben. Birgit Göldner und Ben Mangelsdorf erhalten am heutigen Freitag in Potsdam eine Ehrenmedaille für ihren aufopferungsvollen Einsatz bei der Bekämpfung des Hochwassers im vergangenen Jahr. Diese Medaille wird erstmals vom Land Brandenburg an Frauen und Männer aus den Landkreisen vergeben, die von den Fluten betroffen waren. Jana Pozar / zar1

Birgit Göldner und Ben Mangelsdorf haben beim Hochwassereinsatz im vergangenen Jahr an der Neiße in und um Guben Hand in Hand gearbeitet. Beide waren für die Betreuung und Verpflegung der Einsatzkräfte, der freiwilligen Helfer und der vom Hochwasser Betroffenen verantwortlich. Drei Tage, rund um die Uhr mit kleinen Pausen waren sie im Einsatz, schließlich musste alles korrekt geplant werden. Vom Rettungszentrum aus wurden unter anderem belegte Brote, Kaffee, Tee, Suppen und Nudeln mit Tomatensoße an die Alte Poststraße und bis nach Schlagsdorf gebracht. Auch die Unterbringung der Bundeswehrsoldaten musste schließlich koordiniert werden. "Jeder der Helfer bekam etwas. Das Sandsackfüllen und -schleppen geht an die Substanz. Und wer sein Hab und Gut vor dem Wasser rettet, denkt nicht daran, etwas zu essen. Dann sind alle dankbar, verpflegt zu werden. Es ist wichtig, dass es den Leuten gut geht", erklärt Birgit Göldner. Klar, dass sich sowohl Göldner und Mangelsdorf bei all der Organisation auch selbst ein Bild vor Ort machten. "Das motiviert, gibt Kraft. Wenn man sieht, wie die Helfer sich bemühen, meterhohe Mauern bauen und hoffen, dass das Wasser nicht überschwappt, dann weiß man, dass man das Richtige tut", betont Birgit Göldner.

"Aber ich war nicht die Einzige, die geholfen hat. Auch wenn ich heute die Medaille erhalte, ich nehme sie nur stellvertretend für alle Helfer in unserer Truppe entgegen", betont Birgit Göldner. Das sei ihr wichtig, denn ohne Helfer funktioniere gar nichts. Die 48-jährige Gubenerin arbeitet an der Europaschule als Schulsozialarbeiterin, hat im Jahr 2003 das Jugendrotkreuz in der Neißestadt wieder aufgebaut und ist Zugführer beim Katastrophenschutz des Landkreises Spree-Neiße, Standort Guben. "Ich habe schon immer eine soziale Ader. Zu helfen, ist für mich Freizeitgestaltung", gesteht die Gubenerin.

Ben Mangelsdorf steht ebenfalls nicht gern im Mittelpunkt. "Ich mache meine Arbeit gern", sagt er bestimmt. Der Verantwortliche für den Standort Guben des Katastrophenschutzes des Landkreises Spree-Neiße und hauptamtliche Leiter der Rettungswache in Guben sagt, dass beim letzten Hochwasser für ihn die Zeit die große Herausforderung war. "Ich war 33 Stunden im Einsatz. Drei Tage lang haben wir gehofft, dass das Wasser gehalten werden kann", erinnert sich der 36-Jährige. Trotzdem war der Einsatz eher schon Routine. "Schließlich hatten wir schon Erfahrungen beim Hochwasser im Jahr 2012 gesammelt. Wir kannten also die Abläufe", so Mangelsdorf. Die Truppe sei mittlerweile ein eingespieltes Team. Trotzdem sei es immer noch schwer, ehrenamtliche Helfer zu finden. "Und gerade deshalb hat jeder von uns eigentlich diese Medaille verdient", betont Ben Mangelsdorf. "Wir sind wie eine Familie, können aufeinander zählen. Ich kann die Medaille nur stellvertretend für alle Helfer entgegennehmen", sagt er. Trotzdem sehe er diesen Erfolg mit Dankbarkeit. "Es ist eine große Anerkennung unserer Arbeit. Gut, dass auch ehrenamtliche Helfer des Katastrophenschutzes und der Hilfsorganisationen in der Öffentlichkeit geehrt werden", so Mangelsdorf. "Für mich heißt es trotzdem einfach nur: Ich mache meine Arbeit, und gut!"

Zum Thema:
Die Einsatzmedaille "Hochwasser 2013" wird in diesem Jahr erstmals vergeben. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten etwa 17 000 Menschen mit der Medaille geehrt werden. Heute erhalten etwa 100 Helfer ihre Einsatzmedaille vom Ministerpräsidenten Dietmar Woidke, Innenminister Ralf Holzschuher und Umweltstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt.