ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:47 Uhr

Treffen
Heimat bleibt Heimat

Seit 25 Jahren treffen sich ehemalige Heinersdorfer, um ihre alte Heimat zu besuchen.
Seit 25 Jahren treffen sich ehemalige Heinersdorfer, um ihre alte Heimat zu besuchen. FOTO: Ute Richter
Guben. Seit 25 Jahren treffen sich ehemalige Heinersdorfer und besuchen die alte Heimat.

Bereits zum 25. Mal haben sich am Wochenende ehemalige Bewohner des Ortsteiles Heinersdorf (Jêdrzychów) im damaligen Grünberg (Zielona Gora) getroffen, um ihren einstigen Wohnort zu besuchen und alte Erinnerungen aufleben zu lassen. Zum 17. Mal fand das Treffen in Guben statt. Mittlerweile sind auch ehemalige Bewohner der Nachbardörfer Boyadel, Lawaldan, Schertendorf und Ochelhermsdorf dabei.

Aus ganz Deutschland sind sie in den Landgasthof Waldow in Groß Breesen angereist. 1994 fing alles mit einer Zusammenkunft in Pöhle im Harz an. Im darauffolgenden Jahr beim Treffen in Ludwigsstadt (Oberfranken) kamen die ehemaligen Heinersdorfer Bewohner auf die Idee, sich ihre alte Heimat nach all den Jahren wieder anzuschauen. Nur ein Jahr später waren beim Treffen in Kerkwitz 207 Männer und Frauen beim Heimattreffen dabei.

Seitdem gibt es in jedem Jahr Anfang Juli ein erlebnisreiches Wochenende für die ehemaligen Schulkameraden, Freunde oder Nachbarn. Traditionell führt die Teilnehmer des Treffens der Weg in ihre alte Heimat, aber auch ein Ausflüge in die Umgebung stehen auf dem Programm, welches der Gubener Horst Kühn organisiert.

Einst hatte der kleine Ortsteil von Grünberg 1280 Einwohner, heute sind es weit über 3000 Menschen. Um das Kriegerdenkmal in Heinersdorf, welches 1997 eingeweiht wurde, kümmert sich Horst Kühn. Drei- bis viermal im Jahr fährt er hin, um die Gedenkstelle zu säubern, zu bepflanzen oder einen Strauß nieder zu legen. „Das ist mir ein Bedürfnis, denn es ist doch mein Heimatort.“

An diesem Wochenende kamen 28 ehemalige Bewohner wieder in Guben zusammen. Mit dabei auch Brunhilde Berger. Die 88-Jährige wohnte einst in Groß Lessen, organisierte Heimattreffen für diesen Ort. Doch die Teilnehmerzahlen wurden immer geringer, so dass es keine Zusammenkünfte mehr gab, erzählt sie. Nach dem Tod ihres Mannes lernte sie einen ehemaligen Heinersdorfer kennen und kam so zu deren Treffen. „Das Programm ist in jedem Jahr richtig gut. Die Treffen sind sehr intensiv.“ Unabhängig davon sei sie aber wenigstens einmal im Jahr „drüben“. „Das ist für mich Friedensarbeit. Es gibt bereits gute Bekanntschaften mit Leuten, die heute in meinem Heimatort wohnen.“

Von seiner Kinderzeit in Heinersdorf erzählt Rudolf Bezela, dass seine Familie eine Wein- und Mostpresserei hatte. Zu Kriegszeiten haben sie den Himbeersaft in die Lazarette geliefert, erzählt er. Auch er und seine Frau haben nur positive Worte für die jährlichen Treffen. „Horst Kühn macht das einfach wunderbar. Großen Respekt. Es ist in jedem Jahr ein Erlebnis.“