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| 17:51 Uhr

Kriminalität
Brennende Autos in Guben

Nachdem der Brand gelöscht war, wurde der Mittelklassewagen ausgeschäumt, um ein nochmaliges Ausbrechen des Feuers zu verhindern.
Nachdem der Brand gelöscht war, wurde der Mittelklassewagen ausgeschäumt, um ein nochmaliges Ausbrechen des Feuers zu verhindern. FOTO: Feuerwehr
Guben. Der dritte Pkw steht innerhalb weniger Tage in Flammen. Polizei hat noch keine heiße Spur. Silke Halpick

„Voll in Flammen“ steht der Mittelklassewagen, als die Einsatzkräfte am Dienstagmorgen kurz nach 5 Uhr auf dem Kaufland-Parkplatz in der Friedrich-Schiller-Straße in Guben eintreffen. Das berichtet Wehrführer Rico Nowka. Der Brand selbst ist schnell gelöscht. Doch das Problem bleibt: Der Pkw ist bereits das dritte Auto, das innerhalb weniger Tage in Guben brennt. Die Angst, dass möglicherweise ein Serienbrandstifter sein Unwesen an der Neiße treibt, geht um. „Das ist schon eine Schweinerei“, findet auch Sebastian Schwitzke. Der Sachbearbeiter für Brandschutz im Gubener Rathaus ist Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und am Dienstag beim Einsatz mit dabei. Zwölf Mann, ein Löschgruppen- und ein Tanklöschfahrzeug rücken aus. „Autos brennen schnell ab“, erklärt Schwitzke. Deshalb gelingt es der Feuerwehr auch nur in den seltensten Fällen, noch etwas zu retten. Was bleibt, ist die Schadensbegrenzung. Gelöscht wird mit Wasser, wie auch am Dienstag. Danach wird das Fahrzeug zusätzlich „ausgeschäumt“, um einen nochmaligen Brandausbruch zu verhindern.

„Drei Autos standen nebeneinander auf dem Parkplatz“, berichtet der Feuerwehrmann. Ein Nachbarfahrzeug wird ebenfalls beschädigt. „Durch die starke Wärmestrahlung  beginnt der Lack zu blättern und die Plastikteile fangen an zu schmoren“, sagt Nowka. Glück hat dagegen der Besitzer des dritten Fahrzeuges, das unversehrt bleibt. „Ihm war die Erleichtung anzusehen“, erzählt Schwitzke. Der Mann kommt während der Feuerwehr-Löscharbeiten auf den Parkplatz, steigt in seinen Wagen und fährt zur Arbeit.

Das brennende Auto von Dienstag ist kein Einzelfall. Schon in der Nacht zu Sonntag standen zwei Fahrzeuge in Guben in Flammen. Nach Polizeiangaben schlugen Unbekannte gegen 21.50 Uhr die Scheibe eines Transporters in der Friedrich-Schiller-Straße ein und warfen einen mit Benzin gefüllten Kanister in den Innenraum. In der zweiten Nachthälfte geriet dann ein auf dem Parkplatz des Wilkestiftes abgestellter Kleinwagen aus ungeklärter Ursache in Brand. Dabei wurde ebenfalls ein daneben parkendes Fahrzeug beschädigt.

„Die Polizei ermittelt intensiv, hat aber noch keine heiße Spur“, sagt Pressesprecherin Ines Filohn auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Auch sie geht von Brandstiftung aus, will aber von einem Serientäter „noch nicht reden“. „Die Zusammenhänge sind noch nicht zu sehen“, begründet Filohn. Hilfe aus der Bevölkerung sei willkommen, sagt sie. Wer Beobachtungen gemacht hat und Hinweise geben kann, soll sich an die Polizei wenden.

Auch Rico Nowka hat sich bereits seine Gedanken gemacht. „Im Grunde kann es jeder sein, vom Pyromanen bis hin zu rivalisierenden Jugendbanden“, sagt der Gubener Wehrführer. Aus einer Sicht ist es schon eine Brandserie, die die Feuerwehr in Atem hält. „Angefangen hat es vor einigen Monaten mit brennenden Mülltonnen“, begründet er. Nun stehen Autos in Flammen. Mehr als 15-Mal musste die Feuerwehr in den vergangenen zwei Monaten ausrücken, um solche Brände zu löschen.

„Vor allem die Einsätze in der Nacht gehen in die Knochen“, sagt Nowka. Die Gubener Feuerwehr kann auf 84 aktive Mitglieder zurückgreifen, die bei Notfällen ausrücken. Allerdings werden nur die wenigsten von ihrem Arbeitgeber dafür freigestellt. Als positive Ausnahmen nennt Nowka die Stadtverwaltung, bei der er selbst angestellt ist, die Städtischen Werke sowie den Polyestergarnhersteller Trevira.