ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:15 Uhr

Schenkendöbern
Dorf-Euro und Jubiläumszuschuss

 Seinen 700. Geburtstag hat im vergangenen Sommer Pinnow gefeiert. Der neuen Richtlinie zufolge gibt es bei Ortsteiljubiläen 500 Euro aus der Gemeindekasse.
Seinen 700. Geburtstag hat im vergangenen Sommer Pinnow gefeiert. Der neuen Richtlinie zufolge gibt es bei Ortsteiljubiläen 500 Euro aus der Gemeindekasse. FOTO: Ute Richter
Schenkendöbern. Schenkendöbern will mit einer Richtlinie das Zusammenleben in der Gemeinde fördern. Von Daniel Schauff

3607 Einwohner – Tendenz fallend. Ganz so positiv sind die Zahlen nicht, die Schenkendöberns Bürgermeister Peter Jeschke (CDU) am Dienstagabend während der Gemeindevertretersitzung präsentiert. Schenkendöbern schrumpft – fast wie ein lauter Ausruf „Wir leben noch“ wirkt da eine neue Richtlinie, die die Gemeindevertreter nicht einmal eine Stunde nach Jeschkes Bericht einstimmig beschließen. „Richtlinie zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenlebens“ lautet der sperrige Titel einer Abmachung, die den Ortsteilen der Großgemeinde ganz gut gefallen dürfte.

Ganz grundsätzlich geht es in der Richtlinie um Geld. Nicht um Unsummen, mal um 500 Euro, mal um bloß einen Euro. Sie alle sollen das „Miteinander von älteren und jungen Menschen in den Ortsteilen der Gemeinde“ voranbringen. Das nämlich sei „ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und das Fortbestehen der Dorfgemeinschaft“, so heißt es in der kurzen und prägnanten Vorbemerkung des gut dreiseitigen Papiers. Verantwortlich dafür, die Gemeinschaft in den Ortsteilen – 16 sind es in der Gemeinde – mit Leben zu füllen, sollen die jeweiligen Bewohner sein. Notwendige finanzielle Zuschüsse kommen verbindlich von der Gemeinde, sofern es der Haushalt zulässt.

Ortsjubiläen – 500 Euro gibt es, wenn die Ortsteile Geburtstag haben. Jedes Vierteljahrhundert zählt dabei. Grundlage ist die tatsächliche Gründung des heutigen Ortsteils oder dessen erstmalige urkundliche Erwähnung.

Der Dorf-Euro – 200 Euro pro Ortsteil sind gesetzt. Die Gemeinde zahlt den Betrag jährlich. Dazu kommt ein Euro pro Einwohner, es zählt die Einwohnerzahl am jeweils ersten Tag des Jahres.

Veranstaltungen – Zusätzlich zur Auszahlung festgesetzter Summen beinhaltet die gerade beschlossene Richtlinie noch weitere Fördermöglichkeiten, die den Ortsteilen offenstehen. Anträge etwa können gebührenfrei bearbeitet werden. Auf Kosten für Strom und Wasser kann es Nachlässe geben. Sportplätze und andere kommunale Gelände können umsonst zur Verfügung gestellt werden. Teile der Plätze können auch ermäßigt an Schausteller oder Händler weitergegeben werden. Gebührenfrei oder für kleines Geld kann auch der Fuhrpark oder Teile davon für den Besuch von Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Ebenso gibt es Rabatt oder Gebührenerlass für Technik, die zur Vor- oder Nachbereitung des Festplatzes nötig sind, dazu gehören Fahrzeuge oder Geräte. Die Ortsteile, das heißt die Ortsvorsteher oder deren Vertreter, müssen die Sachleistungen bei der Gemeinde beantragen.

Für die Zuschüsse zu Ortsteiljubiläen gilt die Antragsfrist bis Ende März. Schlussendlich entscheidet der Hauptausschuss der Gemeinde Schenkendöbern über die Gewährung der Förderung, heißt es in der Richtlinie. Spätestens zwei Wochen später soll dem Ortsvorsteher ein entsprechendes Schreiben aus der Gemeindeverwaltung ins Haus flattern.

Mit dem Beschluss der Gemeindevertreter von Dienstagabend geht eine Ausarbeitungsphase der Richtlinie zu Ende, die bereits im Sommer des vergangenen Jahres begonnen hatte. Das 700. Ortsteiljubiläum in Pinnow hatte den Anstoß dazu gegeben. Der Ortsteil hatte damals 400 Euro von der Gemeinde beantragt. Zunächst war die Rede von einer Fördermöglichkeit aller 50 Jahre bei Ortsjubiläen. Mit der beschlossenen Richtlinie verkürzt sich die Zeit um die Hälfte.

Die von den Gemeindevertretern beschlossene Richtlinie sei insbesondere aufgrund der unsicheren Zukunft der Gemeinde wichtig, hatte Hanni Dillan (Bürgerinitiative „Bürger für Bürger“) im Zuge der Diskussionen betont. Nach wie vor steht eine künftige Mitverwaltung durch Guben im Raum. Richtlinien aber blieben wie Satzungen bestehen.