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| 20:43 Uhr

Pinnow
Abtauchen und dann schweben

 Eine genaue Einweisung in Bezug auf die Geräte und das Verhalten unter Wasser gibt es vorm ersten Tauchgang im Pinnower See.
Eine genaue Einweisung in Bezug auf die Geräte und das Verhalten unter Wasser gibt es vorm ersten Tauchgang im Pinnower See. FOTO: Ute Richter
Pinnow. Die Wasserqualität im Pinnower See trübt Stimmung am bundesweiten Tauchertag. Von Ute Richter

Anlässlich des achten bundesweiten Tauchertages des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST) hatten am Samstag die Tauchclubs Guben und Cottbus an den Pinnower See zum Schnuppertauchen eingeladen. Sowohl der Gubener als auch der Cottbuser Tauchclub haben ihr Domizil am Pinnower See – die Gubener gleich neben der „Karpfenschänke“, die Cottbuser auf der anderen Seite des Sees. Jahrelang wurden die Tauchertage unter Regie der Gubener auf ihrer Seite des Sees durchgeführt. Momentan aber ist das unmöglich. Deshalb gingen die Kinder und Erwachsenen im zweiten Kessel bei den Cottbuser Tauchsportlern ins Wasser. „Es macht drüben keinen Spaß mehr, weil die Sicht bei der schlechten Wasserqualität nicht gut ist“, so Thomas Gräßel, Ausbildungsleiter des Landestauchsportverbandes und Mitglied im Tauchclub Guben.

„Das ist ein Kreislauf – ein sinkender Wasserstand führt zu mehr Nährstoffen im Wasser, zu stärkerem Algenwachstum, weniger Licht und zum Absterben der Pflanzen, die dann auch keine Nährstoffe mehr abbauen können“, erzählt er. Hinzu komme verrottetes, nicht gefressenes Futter für die Fische. Maximal vier Meter tief sei der erste Kessel an der tiefsten Stelle vor einem Jahr gewesen, die Sicht bei Tauchgängen 2018 etwa einen halben Meter.

Mit dem Einleiten von Wasser wurde vor etwa vier Wochen begonnen. Auch wenn bereits ein kleiner Wasseranstieg zu beobachten ist, werde es lange dauern, bis der erste Kessel des Sees wieder eine gute Wasserqualität hat, schätzen die Taucher.

Im zweiten Kessel des Sees sieht es momentan noch anders aus. Dort ist der See etwa sechs Meter tief. „Früher waren es zehn Meter“, so Sven Kindermann vom Cottbuser Tauchclub. Gemeinsam mit Thomas Gräßel zeigt er den Kindern und Erwachsenen am Samstag, wie man einen Tauchanzug anzieht, die Taucherbrille auf Augen und Nase setzt und die Technik bedient. Sie erklären, welche Zeichen unter Wasser wofür stehen, so dass man sich auch ohne Worte gut verständigen kann. Dann wird abgetaucht ins 26 Grad Celsius warme Pinnower See-Wasser. Die Sicht ist gut – etwa zwei bis drei Meter. Nadine Kalzke traut sich das erste Mal, und die junge Mutter schwärmt nach dem Auftauchen. „Einen großen Fisch und einen Krebs habe ich gesehen“, erzählt sie stolz.

Auch Andreas Schulz aus Guben, der in früheren Jahren deutschlandweit im Kraftsport Pokale abräumte, ist glücklich, diesen Tauchgang ausprobiert zu haben. „Das war echt genial“, sagt er. Früher habe er die Last auf den Schultern gehabt. „Aber im Wasser ist man fast schwerelos“, ergänzt er. Das bestätigt auch Tauchlehrer Gräßel: „Beim Tauchen kann man schweben, wenn alles stimmt. Schön, wenn die heute Dagewesenen davon einen kleinen Eindruck bekommen haben.“

Wichtig am Samstag war den Tauchclubs, über den aktiven Erhalt der Natur und der damit zusammenhängenden langen Tradition des Tauchsports zu informieren. In jedem Jahr ist eine Gruppe Studenten bei den Gubener Tauchsportlern zu Gast, um die Entwicklung des Sees über die Jahre zu beobachten. „Das sind Biologiestudenten, die kaum glauben konnten, was aus diesem einst schönen See mittlerweile geworden ist“, so die Taucher.

Und deshalb haben die Tauchsportler sich für den 17. und 18. August auch Silke Oldorff, Ressortleiterin Naturschutz beim Verband Deutscher Sporttaucher, eingeladen. Sie wird mit den Clubs eine Schulung zum Umwelt- und Naturschutz durchführen. Die Taucher lernen, wie sie den Zustand des Gewässers beurteilen können und Schäden erkennen.

Der Tauchclub Guben wurde bereits im Jahr 1963 von fünf Mitgliedern gegründet. Derzeit teilen rund 50 Mitglieder im Alter von zehn bis 83 Jahren die Leidenschaft der Gründer. Etwa ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Regelmäßig trainieren die Taucher am See und in der Gubener Schwimmhalle. Aber auch das An- und Abtauchen gehört zu den Vereinsveranstaltungen. Genau wie individuelle Tauchausfahrten an Seen Brandenburgs, an die Ostsee und andere interessante Gewässer Deutschlands. Auch wer das Flossenschwimmen lernen will, sei im Verein willkommen.

 Eine genaue Einweisung in Bezug auf die Geräte und das Verhalten unter Wasser gibt es vorm ersten Tauchgang im Pinnower See.
Eine genaue Einweisung in Bezug auf die Geräte und das Verhalten unter Wasser gibt es vorm ersten Tauchgang im Pinnower See. FOTO: Ute Richter