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| 15:41 Uhr

Villa Wolf
Die Doppelstadt als Tourismusmagnet?

 Florian Mausbach zeigte sich in seinem Grußwort beim Neujahrsempfang überzeugt von der Anziehungskraft einer „neuen“ Villa Wolf.
Florian Mausbach zeigte sich in seinem Grußwort beim Neujahrsempfang überzeugt von der Anziehungskraft einer „neuen“ Villa Wolf. FOTO: LR / Daniel Schauff
Gubin/Guben. Florian Mausbach ist sich sicher: Was in Barcelona passiert ist, wird auch in Gubin möglich. Von Daniel Schauff

Bauhausjahr ist Villa Wolf-Jahr in Gubin und Guben. Eine einfache Gleichung, noch mit einer Reihe von Unbekannten, wohl aber mit einem jetzt schon klaren Ergebnis. Zumindest, wenn es nach Florian Mausbach geht. Der ehemalige Präsident des Bundesbauamts will die Villa Wolf, einst thronend am Gubiner Neißeufer, wieder aufbauen lassen. Ein Förderverein ist gegründet, Forschungsarbeiten der Fachhochschule Potsdam laufen, die Planungen und die Spendensammlung ebenfalls. Am Ende, sagt Florian Mausbach, wird die rekonstruierte Villa am Neißehang Tausende Besucher in die Doppelstadt an der deutsch-polnischen Grenze locken.

Mausbach hat Unterstützer in der kommunalen Politik, das wurde beim Neujahrsempfang von Guben und Gubin Ende der vergangenen Woche deutlich. Nicht nur Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) und Gubins Rathauschef Batlomiej Bartczak stehen hinter den Ideen Mausbachs. Auch der Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) lässt keine Zweifel daran, dass er einen Wiederaufbau der Villa befürwortet.

Mit gutem Grund, argumentiert Mausbach am Freitagabend in der Alten Färberei. Immerhin sei auch der Barcelona-Pavillion, ebenfalls von Ludwig Mies van der Rohe entworfen, heutzutage ein wahrer Magnet für Freunde der Bauhausarchitektur. Van der Rohe hatte den Pavillion für die Weltausstellung 1929 in Barcelona entworfen – das Deutsche Reich stellte in ihm aus. Mit dem Ende der Weltausstellung wurde der Pavillion abgerissen, 1983 bis 1986 ließ die Stadt Barcelona den Pavillion rekonstruieren.

Das Beispiel Barcelona hatte Mausbach bisher auch immer als Argument gegen die Kritik von Gegnern des Wiederaufbaus gedient. Mit Bekanntwerden von Mausbachs Plänen hatten sich Experten zahlreich gegen eine Rekonstruktion ausgesprochen. Ihr Argument: Ein Wiederaufbau sei immer nur eine Kopie, die echte Villa Wolf sei nur im Kontext mit ihrer Zeit und ihrer Lage zu sehen.

Mausbach hofft derweil auf einen Durchbruch für seine Pläne im Bauhausjahr 2019.