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| 20:20 Uhr

Friedliche Tradition
Die Verbindung ist über die Aufgabe hinaus geblieben

Jährlich treffen sich deutsche und polnische Reservisten abwechselnd in Guben und Visselhövede. Die gemeinsame Pflege von Kriegsgräbern führte sie vor 15 Jahren zusammen.
Jährlich treffen sich deutsche und polnische Reservisten abwechselnd in Guben und Visselhövede. Die gemeinsame Pflege von Kriegsgräbern führte sie vor 15 Jahren zusammen. FOTO: Ute Richter
Guben. Zum 10. Deutsch-Polnischen Reservistentreffen haben sich am Wochenende ehemalige Soldaten in Guben getroffen.

Bereits vor 15 Jahren  gab es das Angebot der Bundeswehr, in Guben vernachlässigte Kriegsgräber zu pflegen. „Das fanden wir gut und von da an gab es regelmäßige Einsätze ehemaliger Kameraden der Bundeswehr, die sich sozusagen nach ihrer aktiven Dienstzeit der Pflege der Gräber  gefallener Soldaten widmeten“, erzählt der stellvertretende Gubener Bürgermeister Uwe Schulz. So kamen die heutigen Reservisten aus dem niedersächsischen Visselhövede und die polnischen Reservisten zusammen. Diese Gemeinschaft war so gut, dass sie bis heute Fortbestand hat. Sie treffen sich jedes Jahr und verbringen ein gemeinsames Wochenende miteinander.

Beim Empfang der Gäste im Feriencamp Drachenfels am Deulowitzer See betonte Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU), dass diese Verbindung der Reservisten ein Zeichen für gelebte Freundschaft ist, die gerade in heutigen Zeiten wichtiger denn je sei. Frank Haupt von der Visselhövedeer Delegation sagte: „Alle reden über Völkerverständigung, wir praktizieren sie.“

Angefangen hat es eigentlich mit der Pflege von Soldatengräbern. „Heute haben diese Treffen eher symbolischen Charakter, nicht nur weil mittlerweile alle Flächen gut versorgt sind“, erklärt Uwe Schulz. Genau deshalb sei es eben nicht selbstverständlich, dass solche  Kontakte über so viele Jahre halten, findet Schulz. Das unterstrich auch Josef Kuta als Chef der polnischen Reservisten und bedankte sich für die gute Organisation und die Unterstützung durch die Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Auch wenn die heute zumeist betagten Herren mittlerweile keine Kriegsgräber mehr pflegen, kommen sie doch sehr gern nach Guben und verbringen drei schöne Tage miteinander. Zum Programm gehörte die traditionelle Kranzniederlegung auf dem Ostfriedhof in Gubin, die Besichtigung der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen (Ostwall) mit Führung, ein Kameradschaftsabend in Gubin sowie ein Vortrag zur aktuellen Entwicklung der Städte Guben und Gubin.