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Guben
Industriegebiet soll wachsen

Guben. Die Städtische Werke Guben investieren 2018 in die Erschließung neue Gewerbeflächen. Von Silke Halpick

Die Städtischen Werke Guben (SWG) wollen fast zwei Millionen Euro investieren – vor allem in die Erschließung von bisher ungenutzten Industrieflächen. Das geht aus dem Wirtschaftsplan für 2018 hervor. Damit soll die Gesamtfläche des Industriegebietes um 15 Hektar erweitert werden. Das kommunale Unternehmen feierte Mitte Januar sein 25-jähriges Bestehen.

„So effektiv und effizient wie möglich“ soll auch künftig das „anvertraute Vermögen“ eingesetzt werden, verspricht SWG-Geschäftsführer Fred Mahro auf dem Festempfang in der Fahrzeughalle, zu dem rund 150 geladene Gäste kamen. Dafür müsse der Prozess der ständigen Überprüfung von Aufgaben und Strukturen fortgesetzt werden. Schließlich könne ein „modernes Dienstleistungsunternehmen“ nur überleben, wenn es auf die „sich wandelnden Bedürfnisse eines liberalisierten Marktes“ reagiert, betont Mahro.

Zu den wichtigsten Aufgaben der SWG gehören der Betrieb der Straßenbeleuchtung, die Reinigung der Straßen sowie die Versorgung kommunaler Objekte wie Schulen und Kitas. Allein in diesen drei Bereichen liegen die jährlichen Umsätze bei rund 1,7 Millionen Euro. Seit 2016 bewirtschaftet das Unternehmen auch die Infrastruktur im Industriegebiet Süd, „das wirtschaftliche Herz“, wie Mahro sagt.

Hier sollen nun weitere bisher ungenutzte Industrieflächen vor allem im Bereich der Südspitze erschlossen werden, wie Mahro bestätigt. Beabsichtigt sei, die nutzbare Gesamtfläche um circa 15,4 Hektar zu erweitern. Hintergrund ist auch die geplante Ansiedlung einer Hygienepapierfabrik mit rund 100 neuen Arbeitsplätzen. Darüber hinaus soll für weitere Produktionsstandorte Platz geschaffen werden.

Das Thema Hygienepapierfabrik beschäftigt die Gubener schon seit einigen Jahren. Die Stadt habe ihre Hausaufgaben gemacht, stellt Mahro klar. Allerdings scheint sich das Verfahren zur Gewährung von Bundes- und Landesbürgschaften weiter zu verzögern. Eigentlich wurde mit der Bestätigung schon Ende 2017 gerechnet. Mitunter werden Zweifel laut, ob die Neuansiedlung tatsächlich gelingt.

Um die Flächen im südlichen Teil des Industriegebietes aktivieren und vermarkten zu können, muss die vorhandene Gashochdruckleitung verlegt werden. Die Gubener Stadtverordneten haben das Vorhaben bereits bewilligt, entsprechende Fördermittel wurden beantragt. Das Investitionsvolumen liegt bei knapp einer Million Euro. Den Eigenanteil von zehn Prozent tragen die Städtischen Werke. Mit der Umsetzung wird bis Mai 2018 gerechnet, heißt es im Wirtschaftsplan.

Eine ebenfalls wichtige Investition im laufenden Jahr ist Mahro zufolge das neue Kehrgutdepot. Rund 500 Tonnen Kehrgut fallen pro Jahr in Guben an. Früher wurde der Dreck auf der Deponie am Wilschwitzer Weg entsorgt. Das ist nicht mehr möglich, weil die Beseitigung von Abfällen entsprechend des Kreislaufwirtschaftsgesetzes erfolgen muss. Die SWG wird ein neues Kehrgut-Zwischenlager auf dem eigenen Betriebsgelände bauen. Mit Kosten in Höhe von 300 000 Euro wird gerechnet.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die öffentlich geförderte Beschäftigung. Mehr als 5000 Menschen hat die SWG in den vergangenen Jahren zumindest zeitweise mit einem Job im Rahmen von Programmen wie „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“, „Faust“ oder „Soziale Teilhabe“ versorgt, betont Mahro.

Das kommunale Unternehmen rechnet für 2018 mit Umsatzerlösen von 3,5 Millionen Euro und einem Überschuss in Höhe von 370 000 Euro. Das sind rund 100 000 Euro mehr als im Vorjahr.