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| 16:39 Uhr

Eistauchen am Pinnower See
Die Schlittschuhläufer einmal von unten sehen

In den zugefrorenen Pinnower See sind fünf Mitglieder des Tauchclubs Guben gestiegen.
In den zugefrorenen Pinnower See sind fünf Mitglieder des Tauchclubs Guben gestiegen. FOTO: Frank Schirner
Schenkendöbern. Der zugefrorene Pinnower See lockte auch Taucher an.

Torcken oder halbtrocken – das machte am Samstag den Unterschied aus, wie lange die Taucher unter dem Eis des zugefrorenen Pinnower See unterwegs waren. Trocken, das sind die Anzüge, die keinerlei Wasser an den Körper lassen und besser isoliert sind. Halbtrocken sind die Anzüge, deren Träger sehr wohl merken, dass das Wasser derzeit nur zwei bis vier Grad Celsius hat.

Je nachdem, wie isoliert die Taucher waren, konnten sie eine Viertelstunde oder länger als eine halbe Stunde ins Wasser. Immer nur paarweise und immer nur ein Paar – aus Sicherheitsgründen, wie Frank Schwirner vom Tauchclub Guben erklärte. Auch das war ein Grund dafür, warum die Clubs aus Guben und aus Cottbus an diesem Tag getrennte Wege gingen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn für den Einstieg musste erst einmal die etwa zehn Zentimeter starke Eisschicht aufgesägt und beiseite geschoben werden. Auch das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Stücke werden unter das Eis geschoben und vom  letzten Taucher wieder ins Loch bugsiert. Einen Tag später dürfte die dreieckige Öffnung dadurch wieder zugefroren sein. Zur Sicherheit wird die Stelle aber auch noch mit Zweigen oder anderen Materialien hervorgehoben, um beispielsweise Schlittschuhfahrer  auf die Gefahr hinzuweisen. Von denen waren am Samstag auch einige auf dem Pinnower See unterwegs.

Ohnehin ist das Eistauchen nur alle paar Jahre möglich. Das  Besonderes dieses Mal: „Es lag kein Schnee auf de Eis. Dadurch konnte man von oben ins Wasser sehen und die Taucher sahen beispielsweise die Schlittschuhläufer“, erklärt Frank Schwirner. Denn beim Eistauchen komme es schließlich nicht auf die Tiefe an. Unter der Einstiegsstelle sei der See beispielsweise nur drei Meter tief gewesen. Auch der Radius werde von der Sicherheitsleine begrenzt, an die jeder Taucher angeschlossen werde. Viel Leben sei derzeit ohnehin nicht zu beobachten. Der sinkende Wasserstand mache sich für die Taucher eher im Sommer bemerkbar – und dann vor allem wegen der schlechter werdenden Sicht.

(js)