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| 20:00 Uhr

Eisenhüttenstadt/Guben
Die Region ist zurück auf dem Tisch

Im „Gasthof zur Sonne“ in Eisenhüttenstadt wird von Restaurantleiterin Franziska Kliesch zum Auftakt der 17- Schlaubetaltellersaison  Rehgulasch mit Apfelrotkohl und Kartoffelklößen serviert – dazu gibt es ein Neuzeller Schwarzbier.
Im „Gasthof zur Sonne“ in Eisenhüttenstadt wird von Restaurantleiterin Franziska Kliesch zum Auftakt der 17- Schlaubetaltellersaison  Rehgulasch mit Apfelrotkohl und Kartoffelklößen serviert – dazu gibt es ein Neuzeller Schwarzbier. FOTO: Gerrit Freitag / MOZ/Gerrit Freitag
Eisenhüttenstadt/Guben. Schlaubetal-Teller geht mit 17 Gastwirten in die neue Saison  – sie kochen mit „weltklasse“ Zutaten von hier

Das Schlaubetal schmeckt, das steht außer Frage. Das klingt dann so: Neuzeller Bockbier-Forelle, Bomsdorfer Rinderpökelzunge, Beeskower Wildschweinragout-Teigtaschen. Die Macher der Gaumenkitzler kochen nicht nur lecker und kreativ, sondern auch mit regionalen Zutaten. Sie kommen beispielsweise von Dammendorfer Bauern, aus Wegewitzer Hühnerställen, Gubener Gärten und Kieselwitzer Teichen.

Den 17. Schlaubetal-Teller servieren genauso viele Gastwirte aus dem gleichnamigen Naturpark und seiner Umgebung. „Das Interesse an regionaler Küche steigt von Jahr zu Jahr“, verrät Wolfgang Renner, Leiter des Naturparks Schlaubetal, der jüngst auf der Grünen Woche und der ITB für das Projekt warb. Der Schlaubetal-Teller wird seit 2002 gemeinsam vom Naturpark Schlaubetal und der umliegenden Tourismusinformationen organisiert. Sein Ziel ist die Stärkung der regionalen Wirtschaft und der lokalen Gastronomie. „Die Verbindung von Natur und Kultur zieht an“, sagt Renner. Natur und Kultur – das heißt Essen und Wandern. „Das Format hat auch bei anderen Regionen Interesse geweckt“, weiß Renner. „Aber es ist schwer, diese Schäfchen alle zusammenzuhalten.“ Das sei trotz einiger Zu- und Abgänge in den letzten Jahren gelungen.

„Der Teller soll nicht nur geschmacklich gut ankommen“, sagt Susanne Taschner-Schmidt vom Bierbad-Hotel Kummerower Hof. „Sondern auch durch seine Herstellung“, ergänzt die 44-Jährige. Die für den jeweiligen Schlaubetal-Teller verwendeten einheimischen Produkte gelangen vom Erzeuger direkt zum Verbraucher. Ihre Herkunft ist nachvollziehbar. „Bei uns gab es Gäste, die staunten, als der Jäger mit seiner Beute kam“, sagt Susanne Teschner-Schmidt, deren Vater den Schlaubetal-Teller mit ins Leben gerufen hat. Die Gastwirtin hält es für eine Überzeugungssache, auch wenn die Produktion auf regionaler Basis die Gewinnspanne verringere. „Meine Gäste fragen oft nach, was typisch für die Region ist“, sagt René Schwark von der Bomsdorfer Schlossgaststätte. „Es geht nicht nur um die Produkte selbst.“ Sondern auch um die Wiederentdeckung alter Rezepte. Mit seiner Rinderpökelzunge, die er seit 2011 aufgrund starker Nachfrage wieder anbietet, kredenzt Schwark seinen Gästen einen regionalen Gaumenkitzler, der nachhaltig ist. „Eigentlich ist die Zunge ja ein Nebenprodukt.“

„Alles was aus der Region kommt, ist ein Trend“, weiß Manuel Bunke vom Klosterhotel Neuzelle. „Es ist ein Geben und Nehmen“, sagt er. Die Kunden hätten das Gefühl, die lokale Produktion zu unterstützen und würden sich umgekehrt mit ihren Händlern identifizieren. „Und die Qualität ist teilweise weltklasse“, lobt der junge Mann die regionalen Lieferanten. Bunke muss es wissen. Der Klosterhotel-Koch leitete in den vergangenen Jahren sechs Restaurants auf den Fidschi-Inseln, kochte in Australien, Österreich, der Schweiz und Skandinavien. Nach seiner kulinarischen Reise um die halbe Welt kam er zurück. In seine Heimatregion, wo er 17 Jahre lang aufwuchs.

Die offizielle Broschüre mit Angaben zu Gerichten, Restaurants und Öffnungszeiten sind erhältlich in der Naturparkverwaltung Schlaubetal und in den Tourismusinformationen Neuzelle, Eisenhüttenstadt, Schlaubetal, Beeskow sowie Guben, von deren Internetseiten er ab kommender Woche abgerufen werden kann.