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| 02:37 Uhr

Die Reformation in Guben

Am 1. März stellt Andreas Peter das Buch "Der Teufel in Guben" von Gustav Mix in der Gubener Bibliothek vor.
Am 1. März stellt Andreas Peter das Buch "Der Teufel in Guben" von Gustav Mix in der Gubener Bibliothek vor. FOTO: utr1
Guben. Wenn in diesem Jahr der 500. Jahrestag der Reformation begangen wird, ist auch ein Blick auf die Reformation in Guben nicht uninteressant. Der langjährige Pfarrer der Gubener Klosterkirche Gustav Mix schildert in seiner Erzählung, was in der damaligen Zeit geschah. Ute Richter / utr1

"Ihren dramatischen Höhepunkt finden die Auseinandersetzungen 1519, als wieder das Passionsspiel auf dem Marktplatz vor der Stadt- und Hauptkirche stattfindet", steht auf dem Umschlag des im Niederlausitzer Verlag im April 2009 neu aufgelegten Buches "Der Teufel in Guben" von Gustav Mix (1876-1943). Und weiter: "Rätselhafte Vorgänge bei dieser Aufführung lassen die Einwohner des Städtchens erschaudern. Hat hier tatsächlich der Leibhaftige seine Hände im Spiel."

Die erste Ausgabe erschien 1920 und war es dem Gubener Verleger Andreas Peter wert, neu gesetzt und erweitert zu werden. Doch warum? Gustav Mix, dessen Todestag sich auf den Tag genau heute übrigens zum 74. Mal jährt, war der erste und langjährige evangelische Pfarrer der Gubener Klosterkirche und zählt zu jenen Geistlichen in Guben, die weit über ihr engeres Arbeitsfeld des Pfarrhauses hinaus wirkten.

Doch Ehrungen wurden Gustav Mix dafür nie zuteil, im Gegenteil: Trotz seines vielfältigen Schaffens auf literarischem und regionalhistorischem Gebiet kennt ihn in Guben kaum jemand. "Mit der Neuauflage des Buches ,Der Teufel in Guben' sollte Gustav Mix wieder etwas in Erinnerung gebracht werden", so Andreas Peter.

Worum geht es in dem Buch? ",Der Teufel in Guben' führt den Leser in das erste Drittel des 16. Jahrhunderts zurück, das geprägt war von der aufkommenden Reformation und den Bauernkrieg", schreibt Andreas Peter im Nachwort des Buches. Während vom Bauernkrieg hierzulande kaum etwas zu spüren war, fanden die reformatorischen Ideen Martin Luthers in Guben recht schnellen und lebhaften Widerstand.

Gustav Mix hat in seinem Buch die spärlich überlieferten, jedoch historisch verbürgten Tatsachen und handelnden Personen erzählerisch in eine anschauliche Geschichte gepackt, immer unter dem Blick jener Zeit. Das Buch widmete Gustav Mix seiner Durchlaucht dem Prinzen Heinrich zu Schönaich-Carolath, dem einzigen Ehrenbürger Gubens und hochherzigen Förderer aller Volksbildungsarbeit.

In der Gubener Zeitung vom 6. August 1920 stand dazu: "Den Kern der Erzählung bildet ein geistliches Schauspiel, das im Jahr 1915 zum letzten Mal auf dem Marktplatz bei den Fischbänken aufgeführt wurde. Seltsame Vorgänge bei dieser Aufführung sollten der Einführung der Reformation unter dem Stadtpfarrer Nikolaus Kümmel und seinem Bruder, dem Bürgermeister Jakob Kümmel, Söhnen einer altangesehenen Gubener Familie, stürmisch die Bahn brechen."

Mit Spannung verfolgte die Bevölkerung die Vorbereitungen zum Passionsspiel. Zu viele Teufel und in einer Seitenstraße aufsteigender Rauch sowie der Glaube an den leibhaftigen Teufel bringen letztlich die Wende.

"Mix hat mit seinem Buch den Lesern ein schwieriges Thema verständlich nahe gebracht", so Andreas Peter. Es sei ein Großereignis der Reformation hier vor Ort gewesen. In seiner Folge wurde die Stadt- und Hauptkirche (heute Gubin) vergrößert. Dadurch zeigte sich, dass der evangelische Glaube aufgenommen wurde, denn stets war die Kirche voll mit Menschen.

Bereits 1529 fand die Reformation in Guben ihren erfolgreichen Abschluss: Die gesamte Bürgerschaft bekannte sich Ende März auf dem Marktplatz vor der Stadt- und Hauptkirche zur neuen Lehre Martin Luthers.

Zum Thema:
Zur Buchvorstellung "Der Teufel in Guben" von Gustav Mix mit Lesung lädt Andreas Peter am 1. März in die Gubener Stadtbibliothek ein. Los geht die Verantaltung um 18 Uhr.