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Die nächste Vollsperrung

Guben.. Die nächste Straßenbaustelle in Guben wirft ihre Schatten voraus. Dieses Mal geht es um die Straße Alt Deulowitz, also um die Durchfahrtsstraße des Ortsteils. Die Kraftfahrer müssen sich im Zuge der Bauarbeiten wieder auf spürbare Einschränkungen einstellen. (fw)

Als paradox bezeichnete Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner am Dienstag in der Einwohnerversammlung in Deulowitz die Situation: "In der Obersprucke reißen wir Straßen ab und hier bauen wir neue", so das Stadtoberhaupt, das gemeinsam mit der beauftragten Baufirma ULT die Einwohner des Ortsteiles über Ausführung und Bauablauf informierte.
Am 6. August soll es losgehen. Dann wird es eine Vollsperrung geben, die bis zur Fertigstellung der Straße - geplant ist Mitte Dezember - dauert. Die Zufahrt zu den Grundstücken im Baubereich ist jedoch jederzeit gesichert. Um Probleme zu besprechen, gibt es wöchentlich einen Baurapport. Er findet immer mittwochs um 8 Uhr vor Ort statt.
"Die Vollsperrung sichert ein zügiges Bauen", bat Klaus Schneider vom städtischen Fachbereich V um Ver ständnis. Immerhin werden in gut vier Monaten parallel zur etwa 550 Meter langen Straße, die nach der Sanierung eine Breite von 5,5 Meter haben wird, ein befestigter Gehweg auf der Nordseite gebaut und die Medienanschlüsse nebst Straßenbeleuchtung erneuert. Rund 475 000 Euro kostet das Vorhaben.
Dafür erhalten die Deulowitzer eine Straße der Klasse IV, die für 300 Schwerlastfahrzeuge am Tag ausgelegt ist und etwa 40 Jahre halten soll.
Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h soll für mehr Sicherheit sorgen und Raserei verhindern. Der Abtransport des Kieses aus der nahe gelegenen Kiesgrube erfolgt nach wie vor in Richtung Atterwasch.
Die neue Straße erhält eine Asphaltdeckschicht, der Gehweg wird aus grauem Verbundpflaster hergestellt, und die unansehnlichen Freileitungsmasten verschwinden. Dafür wird es neue Hausanschlüsse geben.
Dies und andere Details nahmen die fast 30 anwesenden Deulowitzer mit Interesse zur Kenntnis, kämpfen sie doch schon lange um eine neue Ortsdurchfahrt. Selbst die Tatsache, dass die Stadtverwaltung rund 50 000 Euro Baukosten auf die Anlieger umlegt, wurde ohne Protest entgegen genommen. Je nach Grundstücksgröße kommen im Durchschnitt etwa 2000 Euro Anliegerbeitrag auf die Anwohner zu, die jedoch erst 2005 oder, wenn die Haushaltslage der Stadt dies notwendig machen sollte, frühestens 2004 „eingetrieben“ werden sollen.
Einen Wunsch hatten die Deulowitzer noch: Die Zufahrtsstraße zur B 97 müsse unbedingt saniert werden. Doch Bürgermeister Hübner gab zu bedenken: "Wir müssen Prioritäten setzen, und die liegen im Stadtzentrum, im WK IV und im Industriegebiet Süd." Trotzdem werde man die Randgebiete nicht vergessen.