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| 16:47 Uhr

Die letzte Gubener Diakonisse ist gestorben

Schwester Adelheid Hahn vor fast genau zwei Jahren, als sie von ihrem Arbeitsleben als Diakonisse im Naemi-Wilke-Stift erzählte.
Schwester Adelheid Hahn vor fast genau zwei Jahren, als sie von ihrem Arbeitsleben als Diakonisse im Naemi-Wilke-Stift erzählte. FOTO: utr1
Guben. Am frühen Samstagmorgen ist die Altoberin der Diakonissenschwesternschaft des Naemi-Wilke-Stiftes, Adelheid Hahn, in Guben verstorben. Darüber informierte Pastor Stefan Süß als Vorstand des Wilke-Stifts. red/js

Adelheid Hahn war die letzte Oberin und letzte Diakonisse des Stiftes. Schon 1997, als sie nach 30 Jahren als Oberin und nach fast 50 Jahren im Wilke-Stift in den Ruhestand ging, war die Schwesterngemeinschaft so klein geworden, dass Adelheid Hahn die Schwestern im Ruhestand weiter begleitet hat.

Im Jahr 2008 hatte sie zusammen mit ihrer letzten Mitschwester Elisabeth Pfeiffer das Diakonissenvermächtnis unterzeichnet. Das, so erläutert Pastor Süß, ist als geistliches Vermächtnis dieser Ära für den Stiftsvorstand auch für die Zukunft handlungsleitend.

Ebenfalls 2008 konnte sie in großer Runde und mit vielen Gästen aus der Familie und den anderen Mutterhäusern ihren 80. Geburtstag feiern. 2011 starb ihre letzte Mitschwester in Guben. Eng verbunden war sie zeit ihres Lebens mit ihrer großen Familie, so Pastor Süß. Auch als Oberin im Ruhestand habe Schwester Adelheid mit ihrer Art und ihrem Temperament, mit Zuversicht und christlich begründeter Hoffnung insbesondere das kirchliche Leben im Stift begleitet, bei den täglichen Morgenandachten in der Erlöserkapelle mitgewirkt und die Stationsandachten für Patienten auf den Krankenhausstationen organisiert. "Sie war präsent bei allen größeren Veranstaltungen im Stift und hat immer in der ihr eigenen Art das Mutterhaus repräsentiert", so Süß.

2015 hat sie zusammen mit der Leitenden Schwester Helga Habermann aus dem Diakonissenwerk im hessischen Korbach, einer Filiale des Mutterhauses in Guben, das Buch zu 130 Jahren Diakonissenmutterhaus entgegen nehmen können. Trotz der seit November andauernden Krankheitsphase hat sie noch am Neujahrsempfang teilnehmen können und die Einweihung des Raumes der Stille miterlebt. Dort ist sie auch durch Krankenhausseelsorger Pfarrer Michael Voigt ausgesegnet worden im Beisein vieler Wegefährten. "Wir verlieren mit Schwester Adelheid eine besondere Persönlichkeit", würdigt Pastor Süß ihr Handeln, mit dem sie die Stiftsgeschichte nachhaltig geprägt hat. "Für die Stiftung und die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche ist mit ihrem Tod eine Ära zu Ende gegangen. Das Gubener Diakonissenmutterhaus war das einzige Mutterhaus Kaiserswerther Prägung in dieser Kirche." Aus Anlass ihres Ruhestandsbeginns ist auf dem Gubener Waldfriedhof 1997 eine Grabanlage zur Erinnerung an den Dienst der Diakonissenschwesternschaft gemeinsam mit der Stadt Guben errichtet worden.