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Die Herausforderung ist riesig

Lydia Günther.
Lydia Günther. FOTO: utr1
Guben. Seit Sonntag ist Lydia Günther Gubens Apfelkönigin. Sie wird nun ein Jahr lang die Neißestadt repräsentieren. utr1

Herzlichen Glückwunsch, Frau Günther. Wie haben Sie dieses Appelfest erlebt?
Günther Es war ein wunderschönes, sehr aufregendes Wochenende. Das Wetter hat gepasst und die Leute waren mir gegenüber alle sehr aufgeschlossen. Mit vielen Gubenern bin ich ins Gespräch gekommen und habe großen Zuspruch erfahren. Meine Vorgängerin Antonia Lieske hat mir viele Tipps für und an diesem Wochenende gegeben. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. An den Moment der Verkündung kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern, dazu war ich viel zu aufgeregt. Ich weiß nur: Es war toll. Ich bin sehr stolz, dass die Gubener mich als Apfelkönigin wollen. Außerdem freue ich mich, dass mein Mitbewerber so ein guter Verlierer war. Er hat mir schon vor dem Gang auf die Bühne bei einer Umarmung viel Glück gewünscht und war auch der Erste, der mir nach der Verkündung gratulierte.

Wann haben Sie sich entschlossen, Apfelkönigin zu werden?
Günther Eigentlich ist meine Chefin bei der Heilsarmee in Guben, Wenke Wanke, schuld. Sie hat mich zur Bewerbung ermutigt. Und nach viel Zuspruch von Freunden und von Leuten, die zu uns zur Heilsarmee kommen, hab' ich es dann einfach gewagt. Es hat mich neugierig gemacht und ich bin sehr gespannt auf dieses Jahr.

Warum haben Sie sich überhaupt für das Ehrenamt beworben?
Günther Wie gesagt, ich bin gespannt, was mich erwartet. Die Herausforderung ist riesig. Es ist ja etwas komplett anderes als meine tägliche Arbeit. Nicht nur das: Auch zum alltäglichen Leben ist das ja was komplett Neues.

Wie blicken Sie auf die nächsten 365 Tage als Majestät?
Günther Ich freue mich auf die neuen Aufgaben, auf die Begegnungen mit den Menschen und die Orte, die ich besuchen werde. Und wie ich gehört habe, sind das ja einige. Es ist ein Weg, den mein Gott mir vorgibt und ich bin gespannt, wo er mich hinführt. Wenke Wanke wird mich unterstützen, dass weiß ich. Ich werde versuchen, viel zu geben und bin mir sicher, dass dann auch viel zurückkommt.

Was haben Sie sich für die Amtszeit vorgenommen?
Günther Viele Majestäten aus ganz Brandenburg und Thüringen, die beim Appelfest hier waren, haben mich schon in ihre Städte eingeladen. Darauf bin ich sehr gespannt. Das werden gute Gelegenheiten sein, Guben zu präsentieren und zu erzählen, was Guben für eine schöne Stadt ist. Hier gibt es so viel zu entdecken und zu sehen: Die Doppelstadt an sich ist ja schon etwas Besonderes, aber auch die tollen Radwege oder die zahlreichen Badeseen. Außerdem möchte ich in meinem Ehrenamt die Gemeinschaft mit der Kirche erweitern. Der Zusammenhalt zwischen den Kirchengemeinden, Institutionen und den städtischen Einrichtungen ist wichtig für eine Stadt. Dazu will ich meinen Beitrag leisten. Aber ich möchte auch in Kitas, Altenheimen oder auf Messen und Privatveranstaltungen Kontakte knüpfen.

Haben Sie schon eine Vorstellung, wie Ihr Kleid, welches ja jede Apfelkönigin bekommt und sich selbst aussuchen kann, aussehen soll?
Günther Noch nicht so richtig. So viel Zeit zum Nachdenken hatte ich ja noch nicht. Aber gemeinsam mit der Schneiderin werden wir etwas Schönes finden, da bin ich sicher. Präsentieren werde ich es übrigens, auch wenn es noch nicht ganz einhundertprozentig ist, beim Altstadtsamstag am 14. Oktober. Am besten die Gubener lassen sich, wie jedes Jahr, überraschen.

Was ist Ihnen noch wichtig, den Gubenern mitzuteilen?
Günther Ich will mich bedanken für das Vertrauen, dass die Gubener und Schenkendöberner offensichtlich in mich haben. Sonst hätten sie mich sicher nicht gewählt. Ich werde mein Bestes geben, will immer Ansprechpartner sein und helfen, wo ich kann.

Eine letzte Frage, die ich mit Augenzwinkern stellen muss: Haben sie einen Führerschein?
Günther (Lydia lächelt.) Ich besitze einen Führerschein, der aber noch nicht in Deutschland zugelassen ist. Ich bin einfach noch nicht dazu gekommen, den hierher umschreiben zu lassen. Aber das wird jetzt demnächst passieren.

Mit Lydia Günther

sprach Ute Richter