ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:36 Uhr

Die Heilige mit Kunstanspruch

Geologe Rudolf Bönisch nahm in Grießen mit auf Entdeckungsreise zur Heiligen Barbara.
Geologe Rudolf Bönisch nahm in Grießen mit auf Entdeckungsreise zur Heiligen Barbara. FOTO: utr1
Grießen. Die Schutzheilige der Bergleute spielt in der bildenden Kunst eine bedeutende Rolle. Zu diesem Schluss ist der Geologe Rudolf Bönisch bei seinem Vortrag zur Heiligen Barbara im Grießener Familienzentrum gekommen. Ute Richter / utr1

Im Rahmen der Reihe "Grünes Grießen" hat Diplom-Geologe Rudolf Bönisch im Familienzentrum in Grießen zur "Heiligen Barbara in Grießen und ihren Schwestern in der Niederlausitz" über die Schutzpatronin der Bergleute referiert. Veranstalter war der Energiekonzern Vattenfall.

"Nur wenige Heilige spielen in der bildenden Kunst eine so große Rolle wie die Heilige Barbara", so Bönisch. Neben den herausragenden Kunstwerken bedeutender Künstler in den letzten zehn Jahrhunderten gibt es eine unübersehbare Zahl von oftmals künstlerisch wertvollen und sehenswerten Barbara-Darstellungen in ungeahnten kirchlichen und profanen Bauwerken sowie in religiösen als auch weltlichen Unterkünften und natürlich auch in Privatbesitz. Es lohnt sich, diesbezüglich auf Entdeckungsreise zu gehen. Und genau das hat der Lübbenauer Rudolf Bönisch getan. Von Beruf Geologe widmet er sich in seiner Freizeit unter anderem der Erforschung von Figuren aus dem Mittelalter. Bekannt ist er in der Lausitz auch als Organisator von Orgelkonzerten.

Beeindruckende Vergleiche

Die Heilige Barbara hat auch auf dem Altar der alten Wehrkirche in Grießen einen Platz. Rudolf Bönisch stellte an diesem Nachmittag die spätgotischen Figuren auf dem Altar in der Grießener Dorfkirche in den Zusammenhang mit Barbarafiguren des Mittelalters in anderen Kirchen. Mit zahlreichen Fotos unterlegte er die Unterschiedlichkeit und doch auch Gleichheit dieser Figur. Es entstand bei einem bildlichen Rundgang durch zahlreiche Kirchen der Niederlausitz ein Eindruck in die Kirchenausstattungen der Zeit vor der Reformation 1517, auch wenn die heutigen Altarfiguren nur noch Reste einer spätmittelalterlichen Ausstattung sind.

Bönisch zufolge ist die Heilige Barbara an vier Attributen zu erkennen: am Turm, weil sie darin eingesperrt war, am Kelch, weil sie sich für das Christentum einsetzte, am Schwert, weil sie dadurch starb und am Buch, für die Bibel als Zeichen für das Christentum. Sie ist nicht nur Schutzpatronin der Bergleute, sondern auch der Soldaten, der Feuerwehrleute, der Dachdecker und der Bauleute.

Die Frage nach dem Wohn- und Geburtsort der Heiligen Barbara beantwortete Rudolf Bönisch nur mit Vorbehalt: "Wahrscheinlich in einer kleinen Stadt in der Türkei, aber das ist nicht sicher", so der Referent. Es gebe nur Überlieferungen, die nicht genau bewiesen sind.