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Veranstaltung
Zwölf Kilo Stollen für Guben

Weihnachtsmarkt in Guben FOTO: Von Ute Richter
Guben. Die Verlegung des deutsch-polnischen Weihnachtsmarktes sorgte für geteilte Meinungen. Von Ute Richter

Zum deutsch-polnischen Weihnachtsmarkt hatte am Wochenende die Stadt Guben auf den Gubener Friedrich-Wilke-Platz eingeladen. Mit dem traditionellen Stollenanschnitt durch den Weihnachtsmann, die Apfelkönigin sowie den amtierenden Gubener Bürgermeister Fred Mahro und das Gubiner Stadtoberhaupt Bartłomiej Bartczak begann am Samstagnachmittag das diesjährige Fest kurz vor Weihnachten.

2,40 Meter lang und zwölf Kilogramm schwer war der Weihnachtsstollen, den in jedem Jahr die Bäckerei Dreißig sponsert. Backstubenleiter Andre Konsulke erzählt am Rande, dass etwa 2,5 Tonnen Stollen zur Weihnachtszeit in der Gubener Bäckerei gebacken werden.

Den Stollen ließen sich die Besucher an wärmenden Feuerschalen und bei einem grenzübergreifenden Weihnachtsbühnenprogramm schmecken. Egal ob die Cottbuser Musikspatzen, das Peitzer Pop-Ensemble „Picena Iuvensalis“, die weihnachtliche Gospelsongs präsentierten oder der polnische Solosänger Patryk Janiak – die Programmpunkte kamen bei den Gästen gut an. Auf die großen und kleinen Besucher warteten außerdem Mitmach-Aktionen sowie Markthütten und Händlerstände mit deutschen und polnischen Angeboten rund um den Rathauskomplex. Und auch in der Alten Färberei waren dieses Mal Verkaufsstände und ein kleines Café aufgebaut. Ein bisschen erinnerten der Aufbau und die Angebote an die letzte Produktmesse, meinten einige Besucher. Doch gerade in den Zeiten, als es draußen zu nieseln begann, war vor allem die Alte Färberei voll.

Im Rahmen des Weihnachtsmarktes fand auch die Auszeichnung der Gewinner eines grenzübergreifenden Kreativwettbewerbs statt. Mandy Große von der Stadtverwaltung erzählte, dass Schüler der Gubiner Grundschule Nr. 3 und der Klasse 4b der Gubener Friedensschule im Vorfeld ihre schönsten deutsch-polnischen Weihnachtsmotive auf selbst gestaltenden Lampenschirmen eingereicht haben.

„Die waren alle richtig schön und deshalb bin ich auch froh, dass eine Jury die Besten auswählen musste und nicht ich“, verrät die Fachbereichsleiterin augenzwinkernd. Und deshalb gab es am Ende auch Präsente für alle, die mitgemacht haben. Für ein lichterfrohes Spektakel sorgte anschließend die akrobatische Weihnachts-Feuershow mit dem Duo „Beauty & Fire“ sowie der Auftritt der Tamburin-Gruppe der Heilsarmee.

Am Sonntag wurde wieder von den jüngsten Markbesuchern lautstark der Weihnachtsmann geweckt. In diesem Jahr kam er aus luftigen Höhen hinabgestiegen auf den Rathausvorplatz. Dazu erklangen weihnachtliche Weisen mit dem Bläserensemble der Städtischen Musikschule „Johann Crüger“. Den Abschluss bildete das Livekonzert der Finsterwalder Band „Marble Cake“, die etliche Soul-, Funk-, Blues- und PopKlassiker bot.

Wer eher Ruhe am Adventswochenende suchte, hatte dazu in der Bibliothek die Möglichkeit. Dort konnten die Besucher in einer gemütlichen Leseecke Weihnachtsmärchen und -gedichten lauschen. Eine kunstvolle Weihnachtsschau mit Basar der Gubener Kunstgilde gab es für die Besucher im Stadtmuseum zu bestaunen. Geöffnet hatte auch die Ausstellung über Gubener Tuche und Chemiefasern.

Während am Samstag die Geschäfte in der Innenstadt planmäßig geöffnet hatten, blieben sie am Sonntag geschlossen. Damit sollte der Unmut der heimischen Händler auf die diesjährige Verlegung des Weihnachtsmarktes vom Dreieck auf den Friedrich-Wilke-Platz zum Ausdruck gebracht werden.

Und auch für viele Gubener war die Verlegung des Marktes nicht so optimal gewählt. „Auf dem Dreieck ist es einfach gemütlicher“, sagte Claudia Liemann. Auch die Angebote der Händler direkt vor der Stadtverwaltung fanden die meisten Besucher völlig unpassend. „Das war eine Mischung aus Stadtfest und Produktmesse. Die Faszination eines kleinen Weihnachtsmarktes fehlt hier komplett. Ich fand den Markt im vergangenen Jahr viel schöner“, so eine Gubenerin. Andere wiederum fanden Standort und Angebote gut.

Auch der Weihnachtsmarkt bei Hoffmann-Möbel lockte viele Besucher an. Dort unterhielten Mädchen und Jungen der Gubener Kitas das  Publikum an allen Tagen. Gependelt werden konnte von der Altstadt aus zu Hoffmann-Möbel mit dem Oder-Neiße-Express.

Weihnachtsmarkt in Guben FOTO: Von Ute Richter